Knapp daneben ist auch vorbei…

26.06.2018

Nach 12 Tagen auf See haben wir nun endlich europäisches Festland erreicht, wenn auch leider schlappe 450 Seemeilen von dem Ort entfernt an dem wir eigentlich ankommen wollten… Aber wir sind trotzdem froh nun im Hafen von La Coruna zu liegen, denn die Überfahrt von den Azoren kann man nicht gerade als Highlight bezeichnen. Es war alles dabei, von schönem Vorwind-Segel über anstrengendes Am-Wind-Gebolze bis hin zur totalen Flaute in der der Motor lief. Zwar hatten wir nicht das Gefühl uns in eine gefährliche Lage gebracht zu haben und wahrscheinlich wäre es auch überhaupt kein Problem gewesen noch 8 weitere Tage gegen den Wind zu kreuzen, denn so lange hätte es gedauert um zumindest Brest zu erreichen, aber wir hatten einfach keine Lust mehr und wollten nur ankommen. Das Segeln selbst ist gar nicht unbedingt das Problem, vielmehr ist es das Bordleben, denn in der Schräglage ist alles furchtbar anstrengend. Man muss sich permanent irgendwo festkrallen, bewegt sich praktisch in Zeitlupe, nachts rollt man entweder gegen die Bordwand oder fällt in das Leesegel und durch das permanent überkommende Wasser kann man die Luken nachts nicht öffnen. Zudem ist über den Mastfuß mal wieder literweise Wasser ins Bad getropft und der Salonteppich ist völlig durchnässt, sodass man entweder barfuß oder mit Schuhen durchs Boot laufen muss wenn man keine nassen Socken riskieren will.

Aber genug geklagt, es war natürlich nicht alles schlecht, wir sind vielleicht einfach ein bisschen verwöhnt weil bei uns bisher alles exakt so funktioniert hat wie wir es geplant hatten. Jetzt sind wir wieder in La Coruna und um ehrlich zu sein gibt es schlimmere Orte um sich von der Überfahrt zu erholen. Die verflixte Ostwindlage hält sich erstaunlich lange und wird auch noch ein paar weitere Tage andauern, sodass wir jetzt ein wenig ausruhen und diese wundervolle Stadt genießen können. Wir werden bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit zusehen, dass wir über die Biskaya und so weit wie möglich in den Englischen Kanal hinein kommen und so lange müssen wir eben das Wetter beobachten. Uns wäre es natürlich auch lieber gewesen uns diesen Umweg zu ersparen, aber so ist es nun mal beim Segel: man muss das Wetter nehmen wie es kommt und das Beste daraus machen. Ich bin wie man vielleicht merkt die meiste Zeit über ein unverbesserlicher Optimist…

Jetzt muss ich aber noch mal ein lobendes Wort zu unserer Krassy loswerden, denn dieses alte Schätzchen hat uns auch diesmal wieder bei allen verschiedenen Bedingungen die auf dieser Überfahrt herrschten ein sicheres Gefühl gegeben. Als echte Boots-Hypochonder lauschen wir auf jedes Knarren und Knarzen und besonders nachts während der Wache kann man sich da ordentlich verrückt machen, aber unsere schwedische Lady ist ein echt robustes Schiffchen!

In La Coruna liegen wir übrigens tatsächlich wieder in der gleichen Box wie vor 10 Monaten. Und unser Plan für die nächsten Tage? Ausschlafen, Tapas essen, die Stadt genießen und dann sehen wir wie es weitergeht…

-Steffi

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