Is this the end, my friend?

09.07.2018

Ja, richtig gelesen. Unsere Reise hat in den letzten Tagen eine dramatische Wendung genommen und wir haben ein wenig Zeit gebraucht um die neue Situation zu akzeptieren und einen Silberstreif am Horizont zu sehen. Deshalb schreiben wir auch erst jetzt wieder.

Aber von vorn: kurz nachdem wir unseren letzten Blogbeitrag auf der Überfahrt von den Kanalinseln nach Frankreich hochgeladen hatten passierten wir Boulogne-sur-Mer. Da unser Motor nun schon seit geraumer Zeit lief und ja auch in den letzten beiden Wochen ungewöhnlich stark beansprucht wurde, machte Christian etwas häufiger Kontrollen im Motorraum. Dazu gehört zum Beispiel zu prüfen ob der Wärmetauscher und das Impellergehäuse die richtige Temperatur haben, ob irgendwo Flüssigkeit ausläuft, der Keilriemen richtig läuft etc. Ein Teil dieser Routinekontrolle ist es auch zu prüfen, ob der Füllstand der Kühlflüssigkeit des inneren Kühlkreislaufs im Überdruckbehälter stimmt. Hierfür leuchtet man einfach mit einer Taschenlampe gegen den halbdurchsichtigen Kunststoffbehälter und kann die blaue Kühlflüssigkeit gut erkennen.

Bei der Kontrolle vor Boulogne stellte Christian an eben dieser Stelle fest, dass der Füllstand im Überdruckbehälter nicht so recht erkennbar war, als wäre der bis oben hin gefüllt. Wir kuppelten den Motor also aus und ließen ihn ein wenig abkühlen. Ein zweiter Blick zeigte, dass der Füllstand wieder passte, also fuhren wir weiter. Einzig fiel auf, dass die Flüssigkeit nicht mehr so recht blau, sondern eher trübe aussah, aber sie ist auch schon eine Weile im Kühlkreislauf, also beunruhigte uns das nicht weiter.

Unser Motor arbeitete danach zunächst so zuverlässig weiter wie immer. Die Temperatur stimmte, die Geräusche waren wie immer und die Abgase zeigten keine Veränderung in der Farbe oder dem Geruch. Kurz nachdem wir in der recht starken Strömung Calais passiert hatten schaute Christian dann noch mal in den Motorraum und bekam einen ordentlichen Schrecken. Oben aus dem Überdruckbehälter quoll braun verfärbtes Wasser und ergoss sich großzügig über den Motorblock! Sofort stellten wir den Motor also aus und zogen die Segel hoch, denn wir fuhren gerade auf die ersten Tonnen des Fahrwassers nach Dünkirchen zu. Als der Motor aus war sprudelte es erst so richtig los, es war also offenbar zu viel Flüssigkeit im Kühlkreislauf.

Da wir zum Glück noch 2 Knoten Strömung von hinten hatten kamen wir trotz des sehr mauen Windes einigermaßen gut voran. Nach Calais konnten wir allerdings nicht mehr umkehren, dafür war die Strömung zu stark und bis Dünkirchen lagen noch etwa 15 Seemeilen vor uns. Ein großes Frachtschiff, das von hinten aufkam als wir gerade genau in der Mitte des Fahrwassers herumdümpelten funkten wir an und der Frachter wich sofort aus. Man hilft sich eben unter Seeleuten!

Da wir mit der Situation in unserem Motorraum erst mal überfragt waren rief Christian sofort unseren Freund Jens von der Walross 2.1 in Lübeck an. Jens kennt sich mit Motoren sehr gut aus und hat uns schon mehr als einmal großartig geholfen! Vielen lieben Dank noch mal, Jens! Er konnte uns ein wenig beruhigen, denn nachdem wir ihm die Lage erklärt hatten tippte er auf eine kaputte Zylinderkopfdichtung, gab uns ein paar Tipps wonach wir schauen sollten und empfahl den Motor nur wenn nötig und dann recht vorsichtig zu benutzen, solange er weiterhin nicht überhitzte oder andere Symptome zeige, der Ölstand okay wäre und kein Wasser im Öl zu sehen sei. Nach unserem Gespräch rief er sogar noch den Werkstattmeister seiner Firma an, der ebenfalls auf eine kaputte Zylinderkopfdichtung tippte und einen ähnlichen Rat gab.

Der Motor hatte also nun erst mal Sendepause und für uns war das zunächst dringendere Problem in Dünkirchen anzukommen, denn der Wind sollte immer schwächer werden und zwangsläufig würde auch bald die Strömung kippen. Noch dazu wurde es langsam immer dunkler. Zum Glück hatte aber genau in diesem Moment irgendjemand dort oben Einsicht mit uns und schickte uns wie aus dem Nichts von einer Sekunde auf die andere genügend Wind, dass wir einigermaßen schnell voran kamen! Das war ein Segen, auch wenn wir uns noch bis etwa ein Uhr morgens im Fahrwasser gegen die Strömung hochkreuzen mussten.

Für die letzte Meile vor der Hafeneinfahrt riskierten wir es dann doch noch mal den Motor zu starten und kontrollierten praktisch im Minutentakt ob sich wieder braune Soße aus dem Überdruckbehälter drückte oder die Temperatur anstieg. Bei niedriger Drehzahl schoben wir uns vorsichtig hinter die Mole und alles blieb normal im Motorraum. Dann segelten wir im Schneckentempo bis fast in den Hafen hinein und starteten den Motor noch ein weiteres Mal für ein Anlegemanöver. Völlig fertig kramten wir danach nach langer Zeit mal wieder eine Flasche Port aus unserem Vorrat und genehmigten uns ein Gläschen für die Nerven! Dazu gab’s Schokolade, denn außer einer Dose Ravioli (die erste und einzige auf dieser Reise!), hatten wir auch nicht wirklich Zeit oder Muße zum Essen gehabt… Wir fielen völlig fertig ins Bett mit dem Gefühl, dass unsere Reise möglicherweise ausgerechnet hier in Dünkirchen nun wohl für uns enden würde.

Normalerweise bin ich bei uns immer diejenige, die in Krisensituationen die Moral aufrecht erhält. Ich versuche die Dinge immer positiv zu sehen und während Christian die schwärzesten Szenarien entwirft versuche ich den Silberstreif am Horizont nicht aus den Augen zu verlieren. Diesmal war es andersrum, denn die reelle Möglichkeit, dass das großartigste Jahr unseres Lebens in dieser Stadt und in diesem Land, so kurz vor dem Ziel und nach der Plackerei der letzten Wochen enden sollte war einfach zu viel für mich. Dünkirchen war nun wirklich die hässlichste Stadt, die wir im ganzen letzten Jahr gesehen hatten und gerade hier sollten wir unsere Atlantikrunde für gescheitert erklären müssen?! Seit wir die Azoren verlassen haben schien alles schief zu laufen: erst der Gegenwind, der Umweg über Spanien, das nervige motoren über die Biskaya und dann nach nur einer kurzen und wenig erholsamen Nacht auf Guernsey wieder eine endlos lange Motoretappe. Auf den letzten 13.000 Seemeilen ist fast nichts an der Krassy kaputt gegangen und selbst Christian hatte ganz langsam angefangen dem alten Motor richtig zu vertrauen. Dieses Boot, das wir so sehr lieben und dem wir immer vertraut hatten hatte uns nun doch noch im Stich gelassen. Gerade hatten wir uns noch gefreut, dass wir ab Dünkirchen nur noch in Tagesetappen weiterfahren würden und die endlosen Nachtwachen endlich ein Ende hätten und nun das! Das Schlimmste an allem war aber das Gefühl gescheitert zu sein. Diese Reise sollte in Hamburg enden, denn dort hat sie auch begonnen. Die Atlantikrunde hatten wir zwar genau genommen in La Coruna bereits beendet, denn dort haben wir unseren eigenen Kurs gekreuzt, aber unser Ziel ist Hamburg.

Naja, ihr könnt euch also in etwa vorstellen, welche Stimmung über der Krassy lag… Aber Christian war wie immer toll! Er versuchte mich aufzumuntern und kümmerte sich darum einen Mechaniker an Bord zu holen, der mit sehr viel Glück vielleicht den Schaden doch noch beheben könnte. Tatsächlich schaffte er es einen Mechaniker zu finden. Der Hafenmeister hatte da wohl einen guten Freund, der Bootsmotoren repariert und obwohl Wochenende war rief er den sofort an und er erklärte sich bereit sich die Sache mal anzusehen. Ein knappes Stündchen später war der gute Mann da und der Hafenmeister war mitgekommen um zu übersetzten (ein weiteres Problem in dieser blöden Situation, die Franzosen sprechen katastrophal schlechtes Englisch und unser Französisch reicht bei weitem auch nicht aus für so eine Situation…).

Reparieren konnte der Mechaniker unseren Schaden nicht, aber wie schon Jens und sein Werkstattmeister stellte auch er fest, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine kaputte Zylinderkopfdichtung handelt. Die Reparatur, so teilte er uns mit, wäre sehr aufwändig und würde mehrere Tage dauern. In Dünkirchen könnte sie frühestens Mitte August gemacht werden, denn alle Mechaniker sind zur Zeit mehr als ausgelastet und zudem ist auch noch Urlaubssaison. Er empfahl uns darauf zu achten, dass immer genügend Öl im Motor sei und da bisher kein Wasser im Öl ist und die Temperatur nicht über Normal ansteigt bestätigte auch er, dass man den Motor noch vorsichtig weiternutzen könnte. Zudem zeigte er uns wie wir das mit Öl verdreckte Kühlwasser ablassen und den inneren Kühlkreislauf spülen könnten. Auf diese Weise können wir zumindest verhindern, dass irgendwann nur noch Öl im Kühlkreislauf ist und zudem sehen wir schnell ob neues Öl nachgelaufen ist.

Für seine Zeit und seine Expertenmeinung wollte der gute Mann dann noch nicht einmal eine Gegenleistung haben also gaben wir ihm eine kleine Aufwandsentschädigung und schenkten ihm noch eine Flasche Wein von den Azoren (auch wenn die Franzosen ja selbst gute Weine haben sollen wie man hört…).

Meine Stimmung heiterte sich nach dem Besuch des Mechanikers kaum auf. Die Situation war die gleiche, denn da noch immer hartnäckig Nordost-Wind für die nächsten beiden Wochen vorhergesagt war würden wir wohl trotzdem in Dünkirchen festhängen. Würde doch wenigstens mal für 24 Stunden der Wind drehen! Dann könnten wir uns zumindest nach Holland retten wo wir uns verständigen können und bessere Chancen auf eine Reparatur hätten!

In den Wettervorhersagen zeichnete sich ab, dass es am Montag und Dienstag kurzzeitig zumindest Nordwind geben sollte. Das wäre für die nächsten Wochen offenbar unsere einzige Chance Dünkirchen zu verlassen und mit viel Glück bis nach Breskens im Süden Hollands zu kommen.

Den Sonntag mussten wir wohl oder übel also noch in Dünkirchen bleiben und mit weiterhin abgrundtief schlechter Laune widmeten wir uns – mal wieder – der Pflege der Krassy. Die Polster im Salon haben so viel Salzwasser abbekommen, dass sie einfach nicht mehr richtig trocknen und langsam anfangen zu müffeln und das Epoxy mit dem wir auf den Kanaren den Sprung in unserem Waschbecken notdürftig gekittet hatten wurde immer dunkler und ekliger. Die Krassy hat auf dieser Reise unbestreitbar gelitten und wenn man ohnehin schon mies drauf ist, dann neigt man auch dazu sich die vielen offenen Baustellen noch viel deutlicher vor Augen zu führen. Auch hier erlebten wir verkehrte Welt, denn normalerweise ist es Christian, der laut überlegt, dass man hier eigentlich gar nicht weiß wo man anfangen soll zu reparieren und zu erneuern. Diesmal wuchsen mir die vielen offenen Projekte über den Kopf, vor allem weil ich nach dem ganzen Stress langsam das Gefühl bekam mal eine Pause von der Arbeit am Boot zu brauchen.

Manchmal kommt die Rettung aber ganz unverhofft. In unserem Fall kam sie in Gestalt von Matthias und Rena aus Hamburg, die vor wenigen Wochen mit ihrer 9,60 m großen Segelyacht Ningaloo auf eine ganz ähnliche Reise wie wir gestartet sind. Die beiden sind etwa so alt wie wir und wir verstanden uns auf Anhieb ziemlich gut. Schnell hatten wir uns verquatscht und luden die beiden spontan auf ein Bierchen auf die Krassy ein. Zwischen den in der Sonne trocknenden Polstern ging der Nachmittag schnell um und wir wurden fast schon ein wenig Erinnerungsseelig, denn wir erkannten die Euphorie der ersten Wochen der Reise in den beiden wieder, die wir selbst vor einem knappen Jahr erlebt hatten. Wie jeder einzelne Tag ein echtes Erlebnis ist, man unterwegs gespannt vor der Seekarte sitzt und die Meilen bis zur nächsten Landesgrenze zählt um dann schnell eine neue Gastlandflagge hochzuziehen, die Vorfreude auf die vielen großartigen Dinge die man noch erleben wird und die Angst vor den ersten langen Seeetappen. Genau so hatten wir uns doch auch gefühlt und während wir natürlich gern von unserer Reise berichteten und allerhand Ratschläge gaben fühlten wir uns schon ein bisschen wie alte Hasen… Es ist unglaublich, wie viel wir über das Segeln, das Wetter, die verschiedenen Länder und Kulturen und natürlich nicht zuletzt über uns selbst im vergangenen Jahr gelernt haben. Nichts auf der Welt kann solche Erfahrungen ersetzen!

Das Beste an dieser Begegnung war aber natürlich, dass sie uns – und besonders mich – aus dem tiefen Loch riss, dass der blöde Motorschaden verursacht hatte. Beim Abendessen an der wenig pittoresken Strandpromenade fingen wir an unsere Optionen noch mal sorgfältig abzuwägen und neue Pläne zu schmieden. Wir hätten jetzt mehrere Möglichkeiten und vielleicht gäbe es sogar eine kleine Chance die Reise doch noch in Hamburg oder zumindest in Wedel zu beenden. Wir beschlossen zunächst mal das kleine Wetterfenster zu nutzen um am nächsten Morgen früh in Richtung Breskens aufzubrechen. In Nieuwpoort sollte es eine Volvo Penta Niederlassung geben, bei der wir unterwegs anrufen wollten um nachzuhören, ob man dort einen freien Mechaniker hätte.

Gesagt getan und nach einer ziemlich schlaflosen Nacht brachen wir heute früh in Dünkirchen auf. Für unser Ablegemanöver lief der Motor nur eine knappe Minute und sobald wir vom Steg frei waren zogen wir die Genua raus und kreuzten uns aus der Zufahrt zum Hafen und hinaus ins Fahrwasser.

Wir hatten noch die große Genua aufgezogen, allerdings sollte es bis zum Nachmittag ein wenig mehr Wind geben und dann müssten wir das Segel wahrscheinlich etwas reffen. Bisher waren wir aber ganz gut besegelt und kamen in der mitschiebenden Strömung einigermaßen voran. Da wir trotzdem kreuzen mussten blieb es nicht aus, dass das riesige Vorsegel ein ums andere Mal von der einen auf die andere Seite gezogen werden musste, vor allem, da wir in dem engen Fahrwasser mal wieder nur kurze Schläge machen konnten. Und wie man so schön sagt: Wenn einmal der Wurm drin ist… Gerade als das Fahrwasser nach Norden abknickte, was für uns schwierig zu halten war, sah Christian einen Riss im Achterliek der Genua!

An dieser Stelle lernten wir noch etwas anderes: wir beiden sind ein unschlagbares Team! An einer etwas breiteren Stelle des Fahrwassers wendeten wir, hängten den Autopiloten ein und wechselten in Hochgeschwindigkeit das Vorsegel aus. Die riesige Genua wurde als großer Haufen unter Deck gestopft und innerhalb von weniger als 10 Minuten fuhren wir unseren kleinen Arbeitsfock unseren Kurs weiter. Wir haben mittlerweile so oft auf See oder im Hafen die Vorsegel getauscht, dass jeder Handgriff sitzt und wir uns beinahe ohne Worte verstehen. Das war in dieser Situation echtes Gold wert! Allerdings schoss uns natürlich trotzdem der Gedanke durch den Kopf wie viel Pech man eigentlich haben kann… Das Achterliek muss bei einer der vielen Wenden irgendwo in den Wanten leicht hängen geblieben sein und das UV-belastete Material ist dabei eingerissen. Den Riss können wir wahrscheinlich ganz gut flicken, aber allzu lange wird dieses Segel wohl nicht mehr überleben…

Mit der kleinen Fock kamen wir natürlich deutlich langsamer voran und anstatt zuzunehmen ließ der Wind immer mehr nach. Die Kreuzerei war so richtig frustrierend, denn im böigen Wind kamen wir mehr schlecht als recht voran. Zudem hatten wir bei dieser Volvo Penta Vertretung auch nach etlichen  Anrufen noch immer niemanden erreicht und in der ganzen Aufregung war auch irgendwie das Frühstück ausgefallen (ganz übel für Christian!). Wir entschieden also kurzerhand in Nieuwpoort reinzufahren. Der Hafen dort ist riesig und auch ohne Einsatz des Motors gut anzusteuern und wir könnten mal persönlich bei Volvo Penta vorstellig werden. Statt der geplanten 50 Seemeilen bis nach Breskens hatten wir also nur 15 Seemeilen geschafft, fühlten uns aber als wären wir gerade non-stop um die Welt gesegelt –gegen den Wind.

Anstatt für die Ansteuerung des Hafens wie üblich die Segel einzuholen und den Motor zu starten segelten wir also mit unserer kleinen Fock in die Hafenzufahrt und riefen auf dem Weg schon in der Marina an. Wegen unseres Motorschadens wies man uns dort einen Liegeplatz vor Kopf am Steg mit viel Manövrierraum zu, worüber wir uns natürlich sehr freuten. Die Genua blieb erst mal stehen, denn ich wollte vor dem Liegeplatz eine Wende fahren um dann gegen den Wind an den Steg zu fahren. Als wir gewendet hatten zog Christian blitzschnell die Genua rein und startete den Motor im Leerlauf. Der Wind bremste uns genug aus, dass wir mit kontrollierter Restfahrt an den Steg kam und Christian konnte die Spring festmachen. Erst als kurz danach alle Leinen fest waren verriet ich ihm, dass ich den Motor während des ganzen Manövers nicht eingekuppelt hatte. Wir waren unser erstes Anlegemanöver unter Segeln gefahren und ehrlich gesagt bin ich da ziemlich stolz drauf!

Nach einem Spaziergang zu Volvo Penta stellten wir fest, dass die Niederlassung doch allen Ernstes vor ein paar Tagen dicht gemacht hat! Unfassbar, aber das erklärte auch warum niemand als Telefon gegangen war. Auch ein anderer Motorendienst konnte uns nicht helfen. Die Dame war zwar wahnsinnig nett als Christian ihr in beeindruckend gutem Holländisch unser Problem schilderte, aber von den drei Mechanikern in ihrer Werkstatt war einer krank und einer im Urlaub. Der Dritte war völlig ausgelastet. Zudem erklärte auch sie uns was wir eigentlich schon wussten: so eine Reparatur ist wahnsinnig aufwändig und man weiß vorher nie welchen Schaden man genau findet. Es könnte also sehr lange dauern und wenn es ganz dumm läuft müsste sogar der Motorblock herausgehoben werden, wofür man wahrscheinlich vorher das ganze Boot aus dem Wasser holen muss.

Wir haben uns jetzt dazu entschieden von Tag zu Tag zu schauen was wir machen können. Das Gefühl der Niederlage falls wir Hamburg nicht mehr erreichen ist nicht mehr ganz so nagend, aber wir wollen trotzdem alles tun was möglich ist um unsere Reise wie geplant zuende zu bringen. Morgen könnten wir noch mal die Möglichkeit haben doch noch nach Breskens zu kommen. Es ist etwas mehr Wind vorhergesagt als für heute und die Distanz beträgt jetzt nur noch 35 Meilen und wir könnten auch noch in Zeebrügge halt machen falls das nötig wäre. Beide Häfen wären mit minimalem Motoreinsatz gut anlaufbar. Ob wir weiterfahren werden wir aber wahrscheinlich erst heute Abend oder morgen früh entscheiden.

In Breskens könnten wir noch mal nach einem Mechaniker schauen, auch wenn wir dann wahrscheinlich davon ausgehen können, dass Hamburg als Ziel nicht mehr drin ist. Alternativ ist Breskens ein schöner Ort um auf eine Winddrehung zu warten. Heute gab es in den Vorhersagen zum ersten Mal seit Wochen eine kleine Aussicht auf Westwind (auch wenn die noch absoluter Kaffeesatz ist). Wir würden also solange die Zeit genießen und ein bisschen Urlaub in Holland machen. Auch wenn es nach allem was wir in den letzten 11 Monaten erlebt haben unglaublich erscheint, aber wir können gerade ganz dringend mal Urlaub gebrauchen…. Falls der Westwind gegen Mitte Juli noch kommen sollte würden wir versuchen möglichst weit in Richtung Hamburg zu kommen. Ijmuiden und Den Helder sind nicht nicht weit weg und für die Strecke nach Cuxhaven würden wir wahrscheinlich auch nur ein paar Tage brauchen, also besteht noch ein wenig Hoffnung. Bis dahin drückt uns fest die Daumen!

-Steffi

 

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5 Gedanken zu „Is this the end, my friend?“

  1. So ein Pech😟. Ich halte beiden Daumen fest, dass ihr noch ein Stück weiterkommt.
    Wir warten seit Stunden, dass unsere Motor-Anode ersetzt wird und das Unterwasserboot geputzt wird, aber der Taucher kommt nicht…. aber selbst wollen wir nicht mit den Alligatoren schwimmen, auch wenn hier alle meinen dass diese nicht aggressiv wären.

    Gefällt 1 Person

    1. Naja, wir hoffen das beste. Das sind ja auch arbeitsreiche Zeiten bei euch. Erstaunlich, woran man so alles denken muss, wenn man das Boot Hurricane-sicher machen möchte. Und auf planschen mit den Alligatoren würden wir wohl auch lieber verzichten. 🙂

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    1. Cool, danke. Da habt ihr eine schöne Lösung gefunden, mit dem Außenborder an der Badeplattform. Die fehlt uns leider, daher wären bei uns größere Umbauten nötig. Aber noch läuft der Motor ja, und wir hoffen, mit ihm noch gut in die Heimat zu kommen…

      Lg

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