Bestandsaufnahme und Optimierung

Der Batteriemonitor war pünktlich zur Saison 2016 verbaut. Somit hatten wir eine volle Saison Zeit, ein Gefühl für die verschiedenen Verbraucher am Bordnetz zu bekommen. Es stellte sich schnell heraus, dass das nautische Equipment (Instrumente, Funk, AIS, GPS) schon von Haus aus sehr sparsam ist. Alle anderen Verbraucher ausgeschaltet, ziehen sie ein bisschen mehr als 1 Ampere (12-15W). Ebenso schnell stellte sich schnell heraus, dass unsere Hauptverbraucher die Lampen (Positionslaternen wie Innenraum) sind, und vor allem der Kühlschrank.

Wenn es um Optimierung geht, sind die Lampen natürlich ein dankbares Thema. So ersetzten wir die Anker- und Dreifarbenlaterne durch ein (BSH-approved) LED-Modell, sowie sämtliche Innenraumlampen durch LED-Lampen. Und das macht so einiges aus. Die Innenraumlampen hatten i.d.R. 15W. Eine einzige Lampe verbraucht also in etwa so viel Strom wie die gesamte Navigationstechnik! Für Positionslaternen ist eine Leistung von 25W vorgeschrieben.  Eine zehnstündige Nachtfahrt mit Instrumenten, Dreifarbenlaterne und einer Innenraumlampe würde so mit ca. 45Ah zu Buche schlagen. Bei unserer Batteriebank mit 2x100Ah, und unter der Annahme, dass wir sie nicht unter 50% entladen wollen, haben wir so schon knapp die Hälfte unserer Akkukapazität verbraucht. Die selbe Fahrt würde uns mit LED-Lampen nur ca. 15Ah kosten.

Hier kann man also mit einfachen Mitteln jede Menge Strom sparen. LED-Lampen mit warmweißem Licht und einer Leuchtkraft ähnlich derer der Original-Lampen kostet im Boots-Fachhandel ca. 15€. Ein Blick auf eBay lohnt sich; hier kann man für den gleichen Preis einen Fünferpack direkt aus China beziehen. Wir haben mit den Lampen nur gute Erfahrungen gemacht. Ausfallquote bisher: 0%.

Ein anderes Thema ist der Kühlschrank. Werksseitig wurde die Krassy mit einem isolierten Kühlfach ausgestattet. Dort hat man regelmäßig Eis zur Kühlung reingepackt. Das schmolz dann so langsam vor sich hin und lief über eine Lenzöffnung in die Bilge ab. Ein Voreigner hat dann irgendwann einen Kompressor nachgerüstet, wodurch aus dem Kühlfach ein vollwertiger Kühlschrank wurde. Der Kompressor ist mittlerweile wohl auch deutlich älter als 20 Jahre und schnurrt aber noch wie ein Kätzchen. Wenn er läuft, verbraucht er rund 60W. Die interessante Frage lautet: Wie viel Prozent der Zeit läuft er überhaupt? Selbst im heißesten Ostsee-Sommer hatten wir den Kühlschrank immer auf der minimalen Stufe laufen, und das Bier war immer ordentlich temperiert. Grob geschätzt läuft der Kompressor dann vielleicht 25% der Zeit. Wir schätzen (oder besser: hoffen), dass der Kompressor in wirklich heißen Gegenden nicht mehr als 50% der Zeit läuft.

Sicher gibt es heutzutage deutlich energieeffizientere Kühlaggregate. Die sind aber nicht gerade billig, und der Umbau wäre auch nicht mal eben an einem Nachmittag getan. Daher beschlossen wir vorerst, den alten Kompressor zu behalten. Sollte er unterwegs die Grätsche machen, können wir ihn immer noch austauschen. Unser Kühlfach durch einen handelsüblichen Boots-Kühlschrank zu ersetzen, war auch keine echte Option, weil das Fach schön den Rumpfformen folgt und somit viel mehr Stauraum bietet als wenn wir an der gleichen Stelle einen neuen Kühlschrank verbauen würden. So dachten wir uns, wir könnten wenigstens das Kühlfach von außen noch einmal zusätzlich isolieren, um wenigstens ein bisschen Strom zu sparen. Hier stellte sich aber auch schnell heraus, dass sämtliche Hohlräume bereits ausgeschäumt sind. Hier haben die Leute von Hallberg-Rassy also schon scheinbar gute Arbeit geleistet. Lange Rede, kurzer Sinn: Bezüglich des Kühlschranks bleibt erstmal alles wie es ist, in der Hoffnung, dass uns sein Stromverbrauch am Ende nicht das Genick bricht.

Abschätzung des Gesamt-Energiebedarfs

Um in etwa abschätzen zu können, wie viel Strom wir erzeugen müssen, haben wir überschlägig berechnet, wie viel Strom wir in 24h wohl verbrauchen werden. Wenn der Kühlkompressor 12h läuft, zieht er 60Ah. Navigationsgeräte kommen mit rund 25Ah dazu, die Dreifarbenlaterne, wenn sie 12h leuchtet, mit 5Ah, zwei Innenraumlampen mit ca. 5Ah. Last but not least etwas Verbrauch für die Wasserpumpe und gelegentliches Laden von Handy, Tablet oder Laptop: ca. 5Ah. Das macht dann in Summe 100Ah in 24h. Das ist schon eine Haunummer, aber auch großzügig geschätzt. Ob wir das komplett mit Wind und Sonne abdecken können werden, wird sich zeigen. Fest steht aber, dass wir mit einem kleinen 50W Solarpanel und bisschen gutem Willen nicht weit kommen werden. Und fest steht auch, dass es für uns eine Kombination aus Wind- und Sonnenenergie werden wird. Und im  Notfall, wenn’s wirklich eng werden sollte, haben wir ja noch die Lichtmaschine in Hinterhand.

-Christian

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