Die Drumi – hätte, hätte, Fahrradkette

Als wir vor zwei Jahren die Hanseboot in Hamburg besuchten gehörte natürlich auch ein Abstecher auf die ausgestellte Hallberg-Rassy dazu. Boote schauen wir uns auf der Messe eigentlich weniger an, wir tummeln uns eher in den Ausrüstungshallen, aber die Rassy ist meist einen Besuch wert.

Ausgestellt war in diesem Jahr eine HR42. Schickes Boot, aber eine Sache gab es die bei uns ein genervtes Schnauben auslöste: das Schiff war doch tatsächlich mit einer kleinen Waschmaschine ausgestattet! Segelt noch irgendjemand oder gibt es nur noch Camper im Hafen? Wer hat denn bitte so viel Strom und Wasser übrig, dass er eine Waschmaschine an Bord betreiben kann? Das ist was für reine Hafenkapitäne!

Ein gutes halbes Jahr später gingen wir mit unserer Krassy auf Reisen in Richtung Gotland. Das war die Reise auf der wir Carla und Karsten kennenlernten und abends gemütlich bei einem Glas Wein an Bord kam unser Gespräch auch auf das Thema Waschmaschine an Bord. Man muss dazu sagen, dass die beiden ebenfalls mit einer neueren HR 42 unterwegs sind. Wir fragten also leicht spöttisch ob denn auch eine Waschmaschine an Bord wäre? Noch nicht, aber es sei durchaus eine Überlegung wert, war die verblüffende Antwort. Als Hafenkapitäne hatten wir die beiden eigentlich nicht eingeschätzt…

Aber tatsächlich, die Argumentation war nach kurzer Überlegung vielleicht doch nicht so lächerlich. Bei langen Seestücken oder auch in Gebieten in denen nicht wie rund um die Ostsee eine komfortable Infrastruktur zur Verfügung steht könnte eine Möglichkeit zum Waschen das Leben wirklich erleichtern. Allerdings müssten ein paar Voraussetzungen erfüllt sein: 1. Die Maschine dürfte keinen Strom verbrauchen, hier haben wir nichts zu verschenken. 2. Ohne Wasser geht es nicht, aber auch hier müsste der Verbrauch so gering wie möglich gehalten werden. 3. Die Maschine müsste klein genug sein um vernünftig verstaut werden zu können.

Wie das Schicksal manchmal so spielt erreichte uns die Lösung noch im selben Urlaub. Und zwar über Facebook. Jemand hatte einen Link geteilt über ein neues Produkt, das gerade in Kanada entwickelt wurde: eine stromlose, wassersparende Mini-Waschmaschine – die Drumi von Yirego. Die Drumi war noch in der Entwicklung, sollte aber bei Bestellung im Sommer 2016 bis Anfang 2017 ausgeliefert werden. Der Preis war mit ca. 200 € zwar kein Schnäppchen aber für so ein super Produkt, das auch noch perfekt für unsere Reise geeignet ist allemal in Ordnung. Schnell entschlossen habe ich noch im gleichen Urlaub bestellt und wie es aussieht ist auch der Versand aus Kanada nach Deutschland kein Problem.

Die Drumi sieht ein bisschen aus wie ein kleiner grüner R2D2. Oben ist eine Trommel eingelassen in die man die Wäsche gibt. Mit dem Deckel kann man Wasser und Waschmittel abmessen und direkt einfüllen. Durch einen kleinen Trethebel bringt man die Trommel zum drehen um eine Waschwirkung zu erzielen. Das Wasser kann man anschließend einfach ablassen und zum Spülen noch mal mit Frischwasser ersetzen.

http://www.yirego.com/drumi

Anfang 2017 kam und ging, aber die Drumi kam nicht… Die Auslieferung verzögert sich und da auch online immer mehr Fragen zum Auslieferungstermin aufkamen gab es bald eine Statusseite bei Yirego über die man den Fortschritt der Produktentwicklung begleiten kann. Bisher, Stand Anfang Mai, ist noch keine Produktion gestartet und die Neuigkeiten über die Drumi drehen sich hauptsächlich um verschiedene Auszeichnungen rund um Produktentwicklung und Nachhaltigkeit.

Ich bin nach wie vor begeistert von der Drumi und finde ein solcher Artikel ist absolut unterstützenswert. Leider wird für uns aber die Zeit knapp, da die Reise näher rückt und ich fürchte wir werden die Drumi nicht mehr rechtzeitig erhalten.

Schweren Herzens habe ich also angefangen zu recherchieren welche Alternativen es gibt. Es muss doch schon mal jemand auf die Idee gekommen sein eine stromlose Waschmaschine zu entwickeln…

Erstaunlicherweise ist hier sehr wenig zu finden. Ein Artikel ist die Wonder Wash, eine kleine Trommelwaschmaschine, die per Handkurbel bedient wird. Im Waschbottich soll sich durch die Bewegung und das heiße Wasser ein Druck aufbauen, der die Waschwirkung erhöht und die Wäsche besonders schnell reinigt. An sich ist das ein schönes Produkt und offenbar der Platzhirsch unter den Camping-Waschmaschinen, allerdings ist die Wonder Wash recht groß und unhandlich und mit ca. 5kg Gewicht nicht gerade federleicht, dafür aber offenbar recht stabil.

https://www.amazon.de/dp/B001A2SWPC

Eine andere schöne Alternative ist der Laundry Pod. Das ist so eine Art überdimensionierte Salatschleuder in der man seine Wäsche ebenfalls durch Kurbeln waschen und anschließend auch gleich trockenschleudern kann. Laut der verschiedenen Rezensionen ist der Laundry Pod wohl nicht unbedingter der Sieger auf dem Gebiet Stabilität da er aus Kunststoff ist, aber dafür ist er extrem leicht und gut zu verstauen. Das wäre durchaus eine interessante Alternative zur Drumi gewesen, in Deutschland hat man aber leider keine Chance das Ding zu kaufen.

https://www.amazon.com/The-Laundry-POD-LP001WHT-White/dp/B005FD7Z82

Letztenendes blieb noch eine letzte Alternative übrig: der Scrubba Bag. Und wieder mal siegt die Einfachheit. Der Scrubba Bag ist ein wasserdichter Beutel mit einer genoppten Innenseite und einem Luftventil. Man füllt einfach Wäsche, Wasser und Waschmittel hinein, verschließt den Beutel indem man die Öffnung einrollt und lässt durch das Ventil die Luft heraus. Den Inhalt kann man dann für 30 Sekunden bis 3 Minuten durchwalken, nachspülen, fertig.

Zwei kleine Mankos gibt es allerdings: 1. der Preis: 50 Euro für so ein simples Produkt sind wirklich happig! 2. Die Wäsche ist natürlich klitschnass wenn man fertig ist.

Den Preis habe ich in Kauf genommen und den Scrubba Bag bei Globetrotter gekauft. Der Beutel ist so klein, dass man über Stauraum gar nicht nachdenken muss und man braucht hier auch von allen Alternativen am wenigsten Wasser für die Wäsche. Zudem gab es kein großes Hin und Her wegen Lieferungen, Verzögerungen oder Beschaffungsproblemen und ich bin ja grundsätzlich ein großer Freund einfacher Lösungen.

https://www.globetrotter.de/shop/scrubba-wash-bag-252176/

Ein Öko-Waschmittel habe ich bei der Gelegenheit auch gleich besorgt. Ich will ja mit meiner Wäsche nicht gleich die Ozeane vergiften.

Für das Problem mit dem Trockenschleudern habe ich mir was überlegt. Ich hatte noch ein großes Wäschenetz zuhause rumliegen. Also Wäsche rein und per Hand schleudern – naja, und hoffen, dass das Netz nicht aufreißt, sonst regnet es Schlüpper…

Wie gut der Beutel funktioniert muss ich noch testen. Bisher war das Wetter dafür viel zu schlecht, ein bisschen warm und regenfrei sollte es schon sein, sonst kriegen wir die Wäsche niemals trocken.

Weil die Hoffnung doch immer zuletzt stirbt habe ich die Bestellung der Drumi bisher noch nicht storniert. Vielleicht geschieht ja noch ein kleines Wunder und sie kommt doch noch rechtzeitig an. Und falls nicht kann ich immer noch stornieren.

-Steffi

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