Einkochen – der Hunger treibt’s rein

Eine der häufigsten Fragen die mir gestellt werden wenn wir von unserer geplanten Reise erzählen ist: „Wie macht ihr das denn mit den Vorräten wenn ihr so lange auf See seid?“. Unser längstes Seestück wird die Passage über den Atlantik sein und die dauert wahrscheinlich (hoffentlich) ca. 3 Wochen. Das ist zwar eine lange Zeit aber nicht unmöglich zu bevorraten.

Für den gesamten Zeitraum frisches Obst und Gemüse an Bord zu haben wird nicht möglich sein. In den ersten Tagen werden wir sicher noch was haben, besonders Obstsorten die noch nachreifen und sich so vielleicht ein wenig länger halten, aber vermutlich wird das nur für die erste Woche so sein. Trotzdem möchte ich nicht auf gesundes Essen verzichten und der Gedanke 3 Wochen lang nur Dosensuppen und Fertigessen zu bekommen gefällt mir ganz und gar nicht.

Ich habe mich also mal damit beschäftigt wie man Lebensmittel haltbar macht und überlegt wie wir möglichst vielfältig, gesund und einfach kochen können wenn wir unterwegs sind.

Die erste Idee war einige Gerichte in Gläsern einzukochen. Gesagt, getan. Ich habe einen ersten Einkoch-Versuch gestartet um zu schauen, ob sich auch wirklich alles eine Zeit lang hält. Meine Entscheidung fiel hierbei auf Oma’s gute Erbsensuppe (die mag Christian besonders gerne!), ein Gemüsecurry mit Kokosmilch und eine geschichtete Gemüsesuppe für die ich die Idee im Internet gefunden hatte.

Der schwierigste Teil war dann tatsächlich die Gläser zu organisieren… Dafür musste ich einmal quer durch Hamburg fahren um Einmachgläser mit Schraubdeckel zu finden die groß genug sind um eine Portion für 2 einzukochen.

Damit wir auch satt werden habe ich mir natürlich vorher was überlegt: das Curry essen wir nicht allein, hierzu können wir unterwegs Reis kochen. Dann reicht ein Glas dicke für uns beiden. Die  Erbsensuppe dickt noch ordentlich nach, man muss also beim Aufwärmen immer noch mal Wasser dazu gießen. Die Portion dürfte dann also auch reichen. Bei der Gemüsesuppe darf wahrscheinlich auch noch etwas Brühe dazu gegossen werden.

Die Gläser habe ich im Backofen sterilisiert. Da ich das Hantieren mit kochendem Wasser nicht mag und außerdem etliche Liter hätte kochen müssen um die Gläser damit auszukochen habe ich einfach alle Gläser und Deckel (getrennt) in den Backofen gestellt und 10 Minuten bei 120°C sterilisiert. Das funktioniert ziemlich gut!

Die Suppe habe ich dann mit weniger Wasser als angegeben gekocht damit sie nachher ergiebiger wird. Allerdings hatte ich dann mehr Erbsenpüree als Suppe, was beim späteren Einkochen ein bisschen blöd war, da der Glasinhalt idealerweise flüssig sein sollte.

Das Curry und die Suppe habe ich in die Gläser gefüllt und fest verschlossen. Für die Gemüsesuppe habe ich einfach verschiedene Gemüsesorten im Glas fest aufeinander geschichtet und dann mit Brühe aufgegossen. Ebenfalls verschlossen und alle Gläser ab in den Backofen.

Hier ging es dann ans eigentliche Einkochen. Man stellt dafür die Gläser in ein tiefes Backblech und füllt das Blech dann mit ca. 2cm hoch Wasser auf. Die Gläser sollten sich nicht berühren.

Den Backofen stellt man erstmal auf 175°C ein und wartet bis in den Gläsern Bläschen aufsteigen. Bei meiner Erbsensuppe war das natürlich etwas schwierig… Wenn es soweit ist dreht man die Temperatur für die nächsten 90 Minuten auf 150°C runter und schaltet danach den Ofen aus. Die Gläser sollten dann noch ca. 30 Minuten im Backofen bleiben.

Wenn nachher alle Deckel nach innen gezogen sind und fest sitzen ist alles gut gegangen. Dann sollten sich die Gläser eigentlich einige Monate halten.

Fazit meines ersten Versuchs: Ein Glas mit Erbsensuppe ist leider nicht angezogen. Das haben wir am nächsten Tag gegessen. Die Idee später Wasser zuzugießen war garnicht schlecht, allerdings würde ich die Suppe nächstes Mal doch ein bisschen flüssiger machen.

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Ca. 2 Wochen nach dem Einkochen hat sich aber leider der Deckel von einem der Gläser mit dem Curry gelöst. Warum weiß ich leider nicht, da vorher alle Deckel noch fest saßen. Mal sehen, ob sich noch weitere Deckel lösen, dann müsste ich meine Methode noch mal überdenken…

Für meine Gläser habe ich mich natürlich auch noch mit Krassy-Etiketten ausgetobt, damit auch alles hübsch aussieht.

Zusätzlich zu den eingekochten Gläsern hatte ich auch noch eine weitere Idee. Warum nicht fix-Mischungen aus frischen Zutaten selber machen? Vor einiger Zeit habe ich mir mal einen Dörrautomaten angeschafft, den ich hierfür wieder hervorgeholt habe. Ich habe dann einfach verschiedene Gemüsesorten kleingeschnitten und über Nacht getrocknet. Mit dem getrockneten Suppengemüse habe ich dann erstmal eine Brühe gemacht. Dafür habe ich die getrockneten Gemüsestücke einfach mit Salz gemischt, alles fein gehäckselt und in ein Schraubglas abgefüllt. So lange alles trocken bleibt ist die Brühe auch ohne Kühlung haltbar.

Für meine fix-Mischungen habe ich dann aber zum Beispiel Risotto-Reis mit Gewürzen und getrockneten Pilzen abgefüllt und eingeschweißt, sodass man das ganze später nur noch mit Wasser und Weißwein aufgießen und kochen muss. Ob’s schmeckt müssen wir allerdings noch probieren.

-Steffi

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