Smutje’s Werkzeugkiste

An Bord ist der Platz begrenzt, egal wie groß die Yacht auch sein mag. Also kann man hier keinen allzu großen Gerätepark in der Küche dabei haben. Und, ganz wichtig, es gibt unterwegs keinen 230V-Strom, alles was einen Stecker hat ist also unnütz. Hier und da muss man erfinderisch werden und sich stromlose Alternativen suchen, die noch dazu wenig Platz wegnehmen.

Ein paar von unseren wichtigsten Küchenutensilien möchte ich euch hier vorstellen, auch wenn das ein oder andere schon mal im Beitrag „Segler’s kleine Helferlein“ vorkam.

  1. Unser neuestes Spielzeug: der handbetriebene Häcksler

Diese kleine Zauberbox hat mir Brigitte, Christian’s Mama, aus Deutschland mitgebracht. Vielen lieben Dank noch mal dafür! Es handelt sich hierbei um ein ganz einfaches Gerät. In das Gefäß mit dem eingesetzten Messer füllt man seine Zutaten, setzt den Deckel auf und zieht an der Schnur als wollte man den Außenboardmotor anschmeißen. Durch die Zugkraft drehen sich die Messer mit einer 7-fachen Übersetzung und alles im Behälter wird klein gehäckselt. Zwiebeln, Knoblauch oder Kräuter könnte man natürlich auch einfach per Hand kleinschneiden, aber so geht es deutlich schneller und man kann ziemlich klein häckseln. Außerdem lassen sich in dem Topf auch direkt alle Zutaten vermischen und mit einem Deckel verschließen, sodass man nicht mehr viel spülen muss.

Mein Häcksler hat übrigens auch noch einen Rühreinsatz und einen kleinen Schleudertopf mit dem man Kräuter trocken schleudern kann. Beides hab ich allerdings bisher noch nicht ausprobiert.

Da ich meinen Thermomix von zuhause natürlich nicht mit auf die Reise schleppen konnte ist dieser kleine Helfer eine ganz gute Alternative und auch deutlich günstiger in der Anschaffung…

Der Häcksler mit Messereinsatz

  1. Volldampf: der Schnellkochtopf

Auch wenn ich ihn schon mal erwähnt habe, er ist es wert zweimal genannt zu werden! Denn der kleine Schnellkochtopf den wir dabei haben ist perfekt für unterwegs. Man kann damit natürlich ganz normal unter Druck – mit zwei verschiedenen Stufen – kochen oder auch bei geschlossenem Deckel ohne Druck kochen, was besonders bei viel Seegang oder an rolligen Ankerplätzen Gold wert ist. So schwappt beim Kochen nichts aus dem Topf und man kann sich nicht so leicht verbrühen (viele Segler kochen übrigens aus diesem Grund nur in Ölzeug…). Unser Topf ist das kleinste Modell, das auf dem Markt verfügbar ist und lässt sich super verstauen. Normalerweise kochen wir nur für uns beiden, aber wir haben auch schon 4 Personen satt bekommen.

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kleiner Schnellkochtopf
  1. Kleines Raumwunder: das Abtropfsieb

Hatte ich mal erwähnt, dass man an Bord kaum Platz hat?! Sperrige Utensilien, die man eigentlich nur selten braucht sind also tödlich für den Alltag an Bord. Ganz weit vorn ist dabei das Nudelsieb. Sowas haben wir nicht mal zuhause weil es so viel Platz wegnimmt… Für die Krassy habe ich aber eine super Alternative gefunden! Ein flacher, perforierter Aufsatz, denn man auf jeden Topf setzen kann um den Inhalt (Nudeln oder Gemüse) abzugießen. Das Essen bleibt im Topf, aber das Kochwasser kann man komplett herausschütten, ohne dass die Nudeln im Abfluss landen. Und der Aufsatz passt in jede kleine Ecke im Schrank!

Super staubares Abtropfsieb

  1. Aufs Gramm genau: der Messbecher

Gerade zum Backen braucht man häufig sehr genaue Mengen und fast alle Rezepte enthalten Gramm-Angaben. Da eine normale Küchenwaage aber nicht richtig funktioniert wenn sich der Untergrund bewegt (wie an Bord), muss man hier eine andere Möglichkeit finden um Zutaten genau abmessen zu können. Hierfür gibt es Messbecher, die auch Skalen für Mehl, Reis oder Zucker haben. Unser Exemplar ist schön klein und handlich und lässt sich dadurch leicht verstauen. In dem Becher können wir die Zutaten abmessen, ohne dass uns das Mehl durchs Boot fliegt, weil die Schüssel gerade von der Waage gerutscht ist und nach ausgiebigem Testen können wir bestätigen, dass die Angaben ziemlich gut passen.

Der Messbecher für alle Zutaten

  1. Wie in alten Zeiten: das Teekesselchen

Zuhause kochen wir Wasser mit dem Wasserkocher und das ist eine großartige Sache, denn es geht superschnell! Es gibt zwar Wasserkocher, die man mit 12V-Strom betreiben kann, aber die funktionieren nicht besonders gut und verbrauchen sehr viel Energie. Wir kochen also auf der Krassy unser Wasser mit dem guten alten Teekesselchen auf dem Gasherd.

Tatsächlich ist unser Kessel ein kleines Erbstück von meiner Mama. Mit diesem Kessel hat sie in ihrem ersten eigenen Haushalt in den Siebzigerjahren immer das Teewasser gekocht. Das gute Stück ist also schon ein paar Jährchen alt…

  1. Vorsicht heiß: die Brotbackform

Hier haben wir ein echtes Goldstück erwischt! Unterwegs backen wir fast ausschließlich unser Brot selbst, besonders seit wir Europa verlassen haben. Da Christian ein echter Backprofi ist und auch zuhause jede Woche ein leckeres Sauerteig-Brot backt durfte es nicht einfach irgendeine Backform sein. Säurebeständig musste sie sein, klein genug um in unseren Bord-Backofen zu passen und gut beschichtet.

Unsere Backform ist von Dr. Oetker und absolut perfekt für unsere Anforderungen, denn besonders in unserem Gasbackofen ist es schwierig zu backen. Hier gibt es nur Unterhitze und die Wärme verteilt sich im Ofen nicht besonders gut. Die Backform sorgt allerdings dafür, dass unsere Brote absolut perfekt werden und nicht auf einer Seite anbrennen. Außerdem kann man darin nicht nur Brot backen, sondern auch Lasagne wird super und natürlich Kuchen.

Die Brotbackform im Kleinformat

  1. Gib Gummi: Messer und Schneidebrettchen

Es gibt so ein paar Kleinigkeiten über die macht man sich normalerweise keine Gedanken, es sei denn man geht auf Langfahrt… Zum Beispiel die Küchenmesser. Kocht man in einer Umgebung, die fast ständig in Bewegung ist, dann muss man gut aufpassen, dass einem nicht die Kochutensilien durch die Gegend fliegen. Besonders bei scharfen Messern ist das nicht besonders lustig!

Für die Krassy habe ich also (erstaunlich lange) Messer mit rutschfesten Griffen gesucht. Fündig wurde ich bei Ikea. Unsere scharfen Messer kann man also auch bei Seegang getrost ablegen und muss keine Angst haben versehentlich erstochen zu werden, denn die Messer bleiben wo sie sind. Auch unsere Schneidebretter sind an den Rändern beschichtet und rutschen nicht durch die Gegend.

Wir mussten übrigens auf die harte Tour lernen, dass es durchaus sinnvoll ist auch in der Pantry ein größeres Stück Anti-Rutsch liegen zu haben. Genau genommen fiel uns das erst auf nachdem die Schüssel mit meinem Abendessen ins dreckige Spülwasser gerutscht ist… Lecker ist anders…

Alles Anti-Rutsch!

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