Zu allen Shunt-Taten bereit

Die allererste Frage, die sich stellt, lautet: Wie viel Strom verbrauchen wir eigentlich? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, mussten wir erst einmal technisch aufrüsten. Bisher war die Krassy werksseitig nur mit einem einfachen Voltmeter ausgestattet. Dessen Aussagekraft tendiert aber gegen Null, wenn man mit ihm Rückschlüsse auf den Stromverbrauch oder den aktuellen Ladestand ziehen möchte. Nach ein paar Gesprächen mit fachkundigen Kollegen und ein bisschen Internetrecherche war klar: Wir brauchen einen Batteriemonitor. Batteriemonitore nutzen einen Messwiderstand (Shunt), der in der Regel direkt vor der Batterie in die Haupt-Minus-Leitung eingebracht wird. Sämtlicher Strom, der in die Batterie fließt oder ihr entnommen wird, fließt über den Shunt und wird vom Batteriemonitor erfasst. So können wir jederzeit den aktuellen Verbrauch ablesen und den Ladestand der Batterien überwachen.

Da der Shunt des Batteriemonitors in die Hauptleitung eingebracht werden muss, musste diese an geeigneter Stelle durchtrennt werden. Das ist schon eine kleine Überwindung, die Metallsäge anzusetzen und die 35mm²-Leitung zu zersägen. Aber ich war gut vorbereitet. Ich hatte eine Crimpzange besorgt (bis heute eines der höchst geschätzten Werkzeuge an Bord), Schrumpfschlauch und Kabelschuhe in allen möglichen Größen, die ich benötigen würde, um professionelle Crimpungen durchführen zu können. Der Shunt war auch schnell eingebaut und die Crimpungen waren top!

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Oooh Baby! Das geeignete Werkzeug, um schöne Crimpungen herzustellen

Gleichzeitig wollte ich Verteilpunkte an beiden Hauptleitungen setzen, an denen der Strom aus den verschiedenen Ladegeräten zentral eingespeist werden kann. Bisher gab es nur das Landstrom-Ladegerät, das einfach an die Batterieklemmen mit angeschlossen war. Da wir aber sowieso mit mindestens einem weiteren Ladegerät rechneten, eher mit zweien, war es natürlich keine Option, die alle noch zusätzlich an die Batterieklemmen zu bauen. Abgesehen davon muss zumindest die Minus-Leitung der Ladegeräte ja vor dem Shunt ansetzen, um den Ladestrom auch messen zu können.

An der Minus-Leitung lief alles bestens, nur die Plus-Leitung wartete mit einer Überraschung auf, mit der nun wirklich keiner rechnen konnte. Die Experten bei Hallberg-Rassy hatten, entgegen den Angaben in den technischen Zeichnungen vom Boot, hier eine 50mm²-Leitung verbaut! Das habe ich erst gemerkt, nachdem ich die Leitung durchgesägt hatte, und ich hatte natürlich keine passenden Kabelschuhe dabei. Da war die Aufregung groß. Es war Ostern auf Fehmarn im Winterlager, und ich habe die verdammte Hauptleitung durchtrennt! Zum Glück konnte ich Ostersamstag auf der Insel passende Kabelschuhe auftreiben (oh ja, und meine Crimpzange crimpt bis 50mm²!) und die Situation noch retten.

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Der Batteriemonitor bei der Arbeit. Aktuell wird mit fast 10A geladen.

Somit war die Krassy von nun an auf mehrere Ladequellen vorbereitet, und sämtlicher Strom, der in die Hauptbatterien fließt oder ihnen entnommen wird, wird erfasst.

-Christian

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