Ankern für Furchtlose

18.01.2018

Vorgestern haben wir uns schweren Herzens von Grenada verabschiedet. Während der ganzen bisherigen Reise war bei all den tollen Dingen die wir erlebt und gesehen hatten immer noch Galizien die Region die unsere Herzen am meisten eingefangen hatte. Kein anderer Ort konnte bisher mit dem Charme dieser kleinen Provinz mithalten (auch wenn die Gesellschaft natürlich in Mogan absolute Spitze war!). Grenada hat allerdings Galizien den ersten Rang streitig gemacht, denn sowohl Grenada selbst als auch die dazugehörige kleinere Insel Carriacou (mit Sandy Island) haben uns wahnsinnig gut gefallen. Die Menschen dort waren so herzlich und freundlich, dass man von ihrer immer guten Laune sofort angesteckt wurde und sich fragte, warum sich eigentlich in Hamburg die Leute nicht auch auf der Straße grüßen und sich einen schönen Tag wünschen, auch wenn sie sich nicht kennen…

Nach unserem Ausflug nach Sandy Island wagten wir in einer rekordverdächtig kurzen Etappe von sagenhaften 2 nautischen Meilen den Sprung nach Hillsborough auf Carriacou. Dort ankerten wir vor dem Ort und nach dem obligatorischen Anker-Check-Tauchgang püttkerten wir mit Krassimir rüber zur Insel. Hillsborough ist ein etwas verschlafenes Nestchen, nichtsdestotrotz konnten wir hier unsere Obstvorräte wieder auffüllen, unseren Müll loswerden, ausklarieren und in einer kleinen Bar mit Blick auf die Bucht unser letztes grenadinisches Carib-Bier trinken. Spontan entschieden wir uns in dem Örtchen ein Restaurant zu suchen und essen zu gehen, anstatt auf der Krassy zu kochen. Wir lassen es uns ganz schön gut gehen…

Im zweiten Anlauf entdeckten wir eine echte Perle! Das Kayak-Kafe hatte einen völlig unscheinbaren Eingang, öffnete sich dann aber auf eine traumhaft schöne Terrasse mit Blick auf die Bucht. Absolut überwältigend waren hier die Farben, denn das liebevoll  von 4 jungen Damen geführte Café war in bunten Pastellfarben dekoriert und jeder Stuhl hatte eine andere Farbe. Mit dem türkisblauen Meer und dem hellblauen Himmel im Hintergrund wirkte das Ganze schon fast unverschämt karibisch. Nach dem leckeren Essen gönnten wir uns noch ein Stück Carriacou Lime-Pie, eine Spezialität der Insel. Der war so lecker, dass wir anschließend doch tatsächlich noch versuchten das Rezept dafür zu ergooglen…

Am nächsten Morgen ging es dann auf zur nächsten Insel, beziehungsweise ins nächste Land. Nach dem obligatorischen Obst-Frühstück segelten wir die sagenhaften 8 Meilen (hey, das war immerhin 4x so weit wie die Etappe vom Vortag…) nach Clifton auf Union Island und damit nach St. Vincent und den Grenadinen. Vor Clifton gibt es eine winzig kleine Insel, die aus Muscheln aufgehäuft wurde und darauf steht eine Bar. Das ganze liegt in Mitten eines Riffs vor der Bucht von Clifton und da das kleine Eiland noch dazu den hübschen Namen Happy Island trägt, wollten wir dort natürlich hin und wenigstens mal ein Bierchen oder so trinken. Leider hatte dieses außergewöhnliche Etablissement offenbar geschlossen. Na toll!

Als wir auf Cliften zu fuhren traf uns fast der Schlag angesichts der Masse an Booten, die sich dort in der furchtbar engen Bucht tummelten, die übrigens zu allem Überfluss von einem Riff umgeben ist und zusätzlich noch in der Mitte ein weiteres Riff hat. Dort rein zu fahren kostete uns ein bisschen Überwindung, aber schließlich mussten wir in Clifton einklarieren. Kaum waren wir in der Nähe der Einfahrt kamen die ersten Boatboys auf uns zu geschossen. „Hey Skip! Do you want a mooring? Tuna? Water? Can I take your garbage? Fruit?” Den ersten konnten wir noch abwimmeln, aber einige andere folgten uns durch die Bucht und fuhren im Kreis um die Krassy herum, wobei sie uns vehement eine Mooring-Boje andrehen wollten. Unser schlauer Revierführer warnt aber für diese Bucht dringend davor die Bojen zu benutzen, denn sie sind oft schlecht instand gehalten und wenn hier die Boje abreißt, dann hat man ein echtes Problem. Wir wollten ankern. Aber wo? Es war ja alles voll! Nachdem wir eine Runde ums Riff gedreht hatten fanden wir eine Stelle, die wenigstens halbwegs geeignet schien (zufälligerweise zwischen drei anderen Rassys…) und ließen den Anker fallen. Alles andere als zufrieden mit unserem Ankerplatz fuhr Christian mit dem Dinghy schnell rüber zum Einklarieren und ich behielt unsere sehr nahe liegenden Nachbarn und die Ankerwache im Auge. Zum Glück ging das Boot neben uns Anker auf, sodass doch wieder recht viel Platz war und als Christian zurück kam holten auch wir den Anker noch mal hoch und ließen ihn dann ein paar Meter weiter wieder fallen. Jetzt sah die Welt schon anders aus und wir unternahmen noch einen kleinen Ausflug in den Ort, nachdem wir schnorcheld das eher langweilige Riff erkundet hatten.

Unser nerviger Boatboy war übrigens auch wieder da. Er kam in dem Moment angebraust, als ich gerade mit meinen Taucherflossen über die Reling geklettert war und mich zum Sprung bereit machte. „You want to buy some Banana-Bread?“ Echt jetzt?! Einen schlechteren Zeitpunkt hätte er sich ja gar nicht aussuchen können… Da mein „No, thanks“ nicht die Antwort war, die er sich erhofft hatte fuhr er auf die andere Seite der Krassy wo Christian schon im Wasser war und stellte ihm doch tatsächlich noch mal die gleiche Frage! Was hat er denn erwartet, dass Christian aus seiner Badehose ein paar Dollars zaubert?! Naja, zu einem anderen Zeitpunkt hätten wir ihm wahrscheinlich gern was abgekauft, aber jetzt war es gerade schlecht.

Der Ort erweckte bei uns spontan den Eindruck wir wären in Disneyland gelandet. Man sah kaum Einheimische und die zugegebenermaßen hübschen bunten Hütten wirkten wie hindrapiert. In den vielen Restaurants war das Essen so unverschämt teuer, dass wir zurück zur Krassy fuhren und uns dort einen schönen Topf von Oma’s Erbsensuppe kochten (es ist schließlich Winder…).

Als es gerade anfing dunkel zu werden merkten wir wie es langsam um uns herum immer voller wurde und das vorher noch entspannte Gefühl beim Ankern verflog in Windeseile. Zwischen den Booten war teilweise weniger als eine Bootslänge Abstand und der vor uns hing so nah an uns dran, dass wir in seinem Cockpit die Instrumente lesen konnten. Auch wir schienen auf einmal sehr nah an dem Boot hinter uns zu liegen was die Nacht ein wenig unentspannt machte. Auf so engem Raum zu ankern ist ein echter Alptraum, denn der Anker kann immer ein wenig rutschen, die Boote bewegen sich im Wind und schwojen (ja, das heißt wirklich so) um den Anker herum. Noch dazu lagen hier einige Boote vor Anker und andere an Boje, das heißt es bewegten sich alle unterschiedlich. Im Nachhinein ärgerten wir uns, denn unser erster Impuls hatte uns gesagt so schnell wie möglich aus Clifton zu verschwinden und vor der gegenüber liegenden Insel Palm Island zu ankern. Das wäre deutlich entspannter gewesen, aber mittlerweile war es dunkel und jetzt gab es kein Zurück mehr…

Es ging aber alles gut und am nächsten Morgen war der Abstand zum Boot hinter uns noch genau so groß wie am Abend vorher. Wir lieben unseren neuen Anker! Trotzdem sahen wir zu, dass wir nach dem Frühstück weg kamen, denn heute standen die Tobago Cays auf dem Programm. Das ist eine kleine Inselgruppe die von riesigen Riffen umgeben ist und wunderschön sein soll. Warum übrigens die Grenadinen nicht zu Grenada, sondern zu St. Vincent gehören und die Tobago Cays nicht in Tobago sind haben wir auch noch nicht herausgefunden….

Der Weg war mal wieder lächerlich kurz, denn die Tobago Cays liegen in Sichtweite von Clifton. Am meisten Spaß hat an diesen kurzen Etappen übrigens Krassimir, denn hier darf er im Wasser bleiben, statt kopfüber an Deck zu liegen. Er zockelt uns als fröhlich hinterher und freut sich darüber, dass er auch mal 5 Knoten schafft (sonst er nicht gerade der schnellste…). Krassimir wurde übrigens von einem anderen Segler bereits als „the cutest Dinghy“ ausgezeichnet. Wir nehmen das mal als Kompliment!

Auf den Tobago Cays gibt es mehrere Buchten in denen man ankern kann und als wir die erste passierten waren wir schon kurz davor wieder umzudrehen. Nach der letzten Nacht wollten wir auf keinen Fall noch mal in so ein übervolles Ankerfeld und schon mittags lagen die Boote hier dicht an dicht. Wir sprechen hier im Übrigen nicht von kleinen Langfahrtyachten, sondern von gigantischen Charter-Schiffen. Man sieht hier fast ausschließlich Katarmarane und die haben gern mal 60 Fuß (im Vergleich: die Krassy hat 35 Fuß und würde sich damit fast als Beiboot qualifizieren).

Etwas dichter am eigentlichen Hauptriff fanden wir allerdings eine sehr schöne Stelle zum Ankern, mit viel Raum nach hinten und in flachem Wasser über Sand. Perfekt! Und schau an, auch hier lag wieder eine andere Rassy neben uns (die sind hier eigentlich recht selten, auch wenn das jetzt schwer zu glauben ist…). Hier liegen wir in unfassbar schönem türkisfarbenem Wasser und natürlich wollten wir gleich los um zu schnorcheln.

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Ankern in türkisblauem Wasser

Mit unserem „cutest Dinghy“ fuhren wir also zum Riff rüber und auf dem Weg mussten wir das ein oder andere Mal eine nautische Vollbremsung hinlegen, da direkt vor uns ein paar Schildkröten ihre Köpfchen aus dem Wasser streckten. Da waren so viele, dass wir sie fast über den Haufen gefahren hätten! Vor dem Riff lagen natürlich deutlich mehr Boote, aber wir mussten zugeben, dass dieser Ort tatsächlich außergewöhnlich schön ist. Man liegt auch hier in helltürkisem Wasser und vor einem liegt der offene Atlantik, nur gebremst von dem riesigen Riff auf dem sich die Wellen brechen. Dahinter ist die See fast absolut still und überall schwimmen Schildkröten herum. Es ist einmalig!

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Zur Belustigung einer Gruppe junger Männer, die an Deck eines der dort festgemachten Schlachtschiff-Katamarane rumlümmelten, ankerten wir unser Dinghy mehr schlecht als recht an einer recht flachen Stelle vor einer abgetrennten Schildkröten-Insel und warfen uns dort mit samt Flossen und Taucherbrillen ins Wasser. Ich hätte schwören können die haben Wetten abgeschlossen, denn als ich mich grazil wie ein kleiner Wal aus dem Wasser wieder aufs Dinghy wuchtete erntete ich doch tatsächlich einen herzlichen Applaus… An dieser Stelle gab die Unterwasserwelt nicht viel her, aber ein paar hundert Meter weiter versuchten wir es noch mal und kaum hatten wir die Taucherbrillen auf entdeckten wir ein paar Schildkröten, die ganz gemütlich unter uns herschwammen und die Algen am Meeresgrund futterten. Das war wahrscheinlich bisher eines der größten Highlights der Reise, denn mit den fast schon zutraulichen Schildkröten zu schwimmen war einmalig!

Boatboys gibt es hier übrigens auch, allerdings sind die nicht annähernd so aufdringlich und nur einer hat uns bisher angesprochen. Tatsächlich nahmen wir in diesem Falle sein Angebot an, denn er bot uns ein Barbecue am Strand an. Dekadent gönnten wir uns also als Abschluss des Tages jeder einen Lobster mit leckeren Beilagen und einem Rum-Punch und das Ganze für umgerechnet nur ca. 40 Euro pro Person. Das fanden wir fair und genossen das herrliche Essen.

Unsere Krassy hatte sich in der Zwischenzeit an unserem Super-Ankerplatz übrigens ein wenig gedreht und stand mittlerweile quer zum Wind wobei sie es geschafft hat in Windrichtung zu verdriften. Hier herrscht offenbar ein wenig Strömung, die uns zunächst ein paar Sorgen machte, aber sich doch als harmlos herausgestellt hat. Die Krassy ist aber mal wieder Rock’n’Roll: alle Boote haben die Nase im Wind, nur sie steht quer… Tja, das Schiff hat eben Charakter!

-Steffi

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Sandy feet on Sandy Island

14.01.2017

Während unserer letzten Tage auf Grenada hat es wahnsinnig viel geregnet, sodass wir manchmal kaum von Bord kamen. Unsere Batterien liegen langsam im Sterben, denn mit Solar- und Windenergie werden sie nicht immer ganz voll geladen und das tut ihnen nicht so gut. Noch sind die Batterien aber gut genug und auf Grenada wäre ein neuer Satz Bootsbatterien wahnsinnig teuer geworden. Trotzdem wollten wir sie gern noch mal richtig voll laden, denn das ist wie ein Wellness-Programm für die kleinen Powerpacks. Wir lagen ja im Hafen und konnten Landstrom legen. Oder auch nicht. Denn die Anschlüsse in direkter Nähe unseres Liegeplatzes waren entweder für amerikanische Stecker oder für die ganz großen europäischen Starkstromanschlüsse. In Europa gibt es nur die kleinen blauen Landstromstecker und bisher kamen wir damit immer gut zurecht. Aber es half ja nichts, wir brauchten einen Adapter. Der große Ausrüster in St. George hatte natürlich genau die Teile die wir brauchten gerade nicht vorrätig, aber im Süden der Insel, in der Prickly Bay gibt es noch einen anderen großen Ausrüster und da wir dort eh mal hin wollten unternahmen wir mal wieder einen kleinen Ausflug mit den lokalen Bussen.

Haben wir schon mal erwähnt, wie viel Spaß es macht mit den Bussen auf Grenada zu fahren? Ich glaube wenn wir wieder zurück in Hamburg sind werden wir bei jeder Busfahrt sehnlichst daran zurückdenken, wie herrlich die öffentlichen Verkehrsmittel auf dieser kleinen Karibikinsel waren… Die Busse sind hier keine Busse sondern Minivans. Vorn auf der Windschutzscheibe steht um welche Linie es sich handelt, ansonsten scheinen die Busse jeweils privat betrieben zu werden. Meist gibt es einen Fahrer und einen „Ranwinker“, der entweder bei voller Fahrt den Kopf aus dem Fenster streckt um die Leute in den Bus zu locken, oder einfach die seitliche Schiebetür aufreißt. In so einem Bus haben bei voller Beladung 18 Personen plus Fahrer Platz und wenn man gerade denkt, der Bus ist jetzt aber wirklich voll, findet der „Ranwinker“ noch jemanden, den man einsammeln kann und erstaunlicherweise ist doch immer noch irgendwie ein Plätzchen frei. Das Beste ist aber die Musik! In allen Bussen läuft während der ganzen Fahrt in voller Lautstärke die hier typische rasante Musik, ein Mix aus Reggae, Dancehall und HipHop bei dem man sich den karibischen Karneval geradezu herbeisehnt. Zusammen mit der ebenfalls rasanten Fahrweise der Busfahrer fällt man fast in eine Art Trance und kann es in den vollgestopften Bussen gar nicht vermeiden die Fahrt zu genießen!

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Eine Busfahrt, die ist lustig

Aber zurück zu unseren Batterien: wir waren eigentlich an diesem Tag schon etwas zu spät dran, denn den größten Teil des Vormittags hatte es geregnet und danach hatten wir erst auf unseren Segelmacher gewartet, der die reparierten Segel zurück brachte (es gab noch mal was nachzubessern, deshalb musste er leider mit dem einen Segel noch mal los) und dann auf den Hafenmeister, denn wir wollten auch unseren Wassertank noch auffüllen… Die Uhren ticken hier einfach etwas langsamer… Der Bus den wir genommen hatten hatte uns zudem nicht ganz dahin gebracht wo wir hin wollten, also mussten wir noch ein ganzes Stück weit zum Ausrüster laufen. Eine kleine Entschädigung dafür war allerdings der atemberaubend schöne und fast menschenleere Strand der Prickly Bay über den wir auf dem Weg quasi stolperten. Entsetzt waren wir dafür allerdings von der Prickly Bay selbst denn dort lagen so viele Yachten, dass wir uns fragten, wie um Himmels Willen die es geschafft hatten nicht einen riesigen Ankersalat zu produzieren. Hoffentlich war das keine Vorschau auf die noch kommenden Ankerbuchten…

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Strand an der Prickly Bay

Als wir endlich beim Ausrüster ankamen war noch etwa eine halbe Stunde Zeit bis der Laden Feierabend machte. Schnell fanden wir was wir brauchten, wunderten uns aber doch etwas über die recht hohen Preise. An der Kasse wurden wir dann nach unseren Bootspapieren gefragt. Ach ja! Verdammt! Die Ausrüster sind hier allesamt Duty-Free Shops und nur gegen Vorlage der Bootspapiere und Einklarierungsdokumente kann man zu den ausgezeichneten Preisen einkaufen. Und diese Dokumente lagen sicher verstaut auf der Krassy… Bei einem Einkauf ohne Papiere kämen auf den Kaufpreis unfassbare 52% oben drauf. Also danke, aber nein danke! Wir ließen alles zurück legen und verließen den Laden leicht angenervt und unverrichteter Dinge.

Auf dem Weg zurück zur Marina liefen wir dann unserem neuen Freund Ron in die Arme, bei dem wir einige Tage vorher so lecker zu Abend gegessen hatten. Er war in Begleitung einer ganzen Schar kleiner Kinder (so 6 oder 7 glaube ich) und er erkannte uns sofort und begrüßte uns wieder herzlich. Die Kinder waren tatsächlich alle von ihm… Wir wollten ohnehin abends bei ihm essen, allerdings war offenbar heute sein freier Tag. Trotzdem wollte er seinen kleinen Laden später noch mal öffnen und wir gingen natürlich vorbei um wenigstens noch was zu trinken. Die ganzen Kinder und seine hochschwangere Frau waren auch da und wir hatten ein wenig den Eindruck, dass er den Laden eigens für uns noch mal geöffnet hatte. Trotzdem war es wieder echt nett und wir plauderten noch eine ganze Weile mit Ron.

Am nächsten Tag war Freitag und das ist der Tag an dem man auf Grenada die besten Chancen auf einen Oildown hat. Das ist nicht so eklig wie es sich anhört, vielmehr ist ein Oildown das Nationalgericht auf Grenada, ein Eintopf hauptsächlich aus Brotfrucht, Callalou (einer Art Spinat), Fleisch oder Fisch und Kokosmilch. Da die Saison für Brotfrucht offenbar gerade vorbei ist, ist es momentan gar nicht so leicht an dieses Essen heranzukommen. Und während wir die ganze Woche über versucht hatten herauszufinden, wo wir dieses Essen probieren könnten, wurden wir immer wieder gewarnt auch ja rechtzeitig da zu sein, denn es ist immer schnell vergriffen. Pünktlich um 12 Uhr (also quasi direkt nach dem Frühstück und noch gar nicht so richtig hungrig) standen wir also im Tropicana Inn, wo es das typisch grenadinische Essen tatsächlich geben sollte. Der Eintopf war allerdings noch nicht ganz fertig und sollte noch eine Stunde auf sich warten lassen. Das war uns recht und so bestellten wir uns was zu trinken und beobachteten die Leute.

Als das Essen dann pünktlich eine Stunde später kam fielen wir fast von den Stühlen beim Anblick der übervollen Teller. Wer sollte das denn alles essen?! Alles an diesem Essen macht wahnsinnig satt, Brotfrucht, Platanen, Fleisch, Kürbis, eine Art Schupfnudeln und nicht zuletzt die Kokosmilch. Aber es war wahnsinnig lecker und das Warten hatte sich voll und ganz gelohnt! Christian hat es übrigens unfassbarerweise geschafft sich tatsächlich die ganze Portion reinzudrücken, dafür lief er aber den Rest des Tages leicht gekrümmt durch die Gegend… Ich ließ mir den Rest einpacken und der Koch freute sich sichtlich über unsere Begeisterung an diesem traditionellen Eintopf.

Anschließend fuhren wir noch mal zu dem Ausrüster, diesmal mit unseren Bootspapieren und wieder waren die Busfahrten das Highlight unseres Ausfluges. Nachdem wir alles was wir brauchten eingekauft hatten machten wir noch einen kleinen Abstecher in eine Bar in der nahegelegenen True Blue Bay, die allerdings nicht so blau war wie erwartet.

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Entspannung in der True Blue Bay

Unsere Batterien konnten wir dann endlich aufladen, denn ein wenig wird es noch dauern bis wir sie ersetzen können.

Mit vollen Tanks und prall gefüllten Batterien machten wir uns am nächsten Morgen auf in Richtung Carriacou, der Nachbarinsel im Norden von Grenada und verließen damit den südlichsten Punkt unserer Reise. Ab jetzt geht es erst mal in Richtung Norden.

Die Nacht war für mich etwas lang, denn mal wieder wurde ich brutal von einer Horde Mücken angegriffen! Durch den vielen Regen und die fast absolute Windstille in der Lagune wimmelte es von diesen Biestern und offenbar gibt es kein wirkliches Mittel gegen diese kleinen Monster. Von Citronellaöl bis zu harter Chemie mit ordentlich DEET haben wir alles ausprobiert. Die Fenster geschlossen zu halten oder Mückennetze davor zu hängen ist hier keine realistische Option, denn dann würden wir im Boot sofort ersticken. Ich hatte also die Nacht hauptsächlich damit verbracht mich zu kratzen und nebenbei wild rumzufluchen. Christian hatten die verdammten Mücken übrigens kaum gestochen…

Auf die Überfahrt nach Carriacou hatten wir uns schon gefreut. Im Windschatten der Insel könnte es etwas schleppend voran gehen, aber danach wäre es bestimmt tolles segeln! Falsch gedacht. Im Windschatten der Insel wehte kaum ein Hauch, außer als ein gigantischer Regenschauer mit Böen über uns hereinbrach und die Krassy förmlich flutete… Und danach? Auf dem Weg nach Carriacou muss man an einem aktiven Unterwasservulkan mit dem schönen Namen Kick Em Jenny vorbei. Eigentlich kein Problem, wenn man sich außerhalb der 1,5 Kilometer-Sicherheitszone hält. Allerdings geht hier auch eine seitliche Strömung und so halfen uns auch die 4-5 Windstärken nicht. Wir kamen einfach nicht voran und durch den Unterwasserberg türmte sich eine unangenehme See auf, die die Wellen direkt von vorne auf die Krassy klatschen ließen, sodass wir bei jeder Welle wieder einparkten. Schönes Karibiksegeln?! Fehlanzeige! Zu allem Überfluss saß uns auch mal wieder die Zeit im Nacken, denn es wird hier um 18 Uhr stockfinster und wir wollten uns auf keinen Fall im Dunkeln einen Ankerplatz in einer wahrscheinlich wieder völlig überfüllten Bucht suchen müssen. Also Motor an und zähneknirschend weiter…

Spontan entschieden wir uns nicht wie geplant in die Tyrell Bay auf Carriacou zu gehen sondern zu versuchen vor der kleinen Insel Sandy Island noch eine Boje zu ergattern. Falls das nicht klappen sollte würden wir weiter fahren nach Hillborough und dort ankern. Aber wir hatten Glück und erwischten tatsächlich noch die letze Boje vor der traumhaft schönen, winzigen Insel.

Sandy Island ist genau das, was der Name verspricht: eine Insel die fast nur aus Sand und ein paar Palmen besteht. Vor der Insel sieht man den ganzen Tag über eine Gruppe Pelikane, die dort immer wieder aus vollem Flug senkrecht ins Wasser knallen um Fische zu fangen. Auf der Rückseite der Insel sind Steine und davor haben sich ein paar natürliche Pools gebildet. Das ganze Gebiet um das kleine Eiland herum ist ein Naturschutzgebiet und heute morgen kamen ein paar Parkwächter vorbei, die eine kleine Gebühr von uns kassierten. An so einem traumhaft schönen Ort zahlen wir die doch gern!

Heute bestand uns Tag also daraus zu lesen, in der Sonne zu liegen und zu schnorcheln. Wir schwammen einfach direkt bis zu der Insel rüber und spazierten dort den einsamen Strand entlang. Es ist erstaunlich, wie wenig Leute man hier an den Ständen sieht. Wir hatten erwartet, dass die Leute hier so wie auf den Kanaren sardinenähnlich an den Stränden aufgereiht liegen, aber es ist tatsächlich genau so wie man sich einen karibischen Strand vorstellt: weißer Sand, Palmen, türkises Meer und nur das Rauschen der Wellen….

-Steffi

Limin‘ Grenada

10.01.2018

Für unseren kleinen Aufenthalt hier in St. George’s haben wir uns viel vorgenommen. Wir wollten noch ein paar Krassy-Projekte angehen, die liegen geblieben sind, ausgiebig die Insel erkunden und uns ausruhen. Was die Krassy anging, fanden wir einen örtlichen Segelmacher, der uns zu einem fairen Preis die Genua repariert und die Problem-Stagreiter austauscht. Wir brauchten dringend ein Dinghy-Schloss für Krassimir, auf dass er uns nicht abhanden kommt. Unser Trinkwasserfilter musste ausgetauscht werden, weil der alte Filter kaum noch Wasser durchließ. Und jetzt sieht es ganz danach aus, als müssten wir unsere Batterien langsam erneuern. Wir brauchen noch eine Lösung für das nächtliche Regen-Problem. Wenn es regnet, dann regnet es durch die offene Luke rein und wir werden nass. Wenn wir die Luke schließen, ersticken wir fast. Dadurch sind die Nächte momentan immer unterbrochen (Fenster zu – Fenster auf), was besonders Steffi zu schaffen macht. Nun ist unsere Woche hier schon fast rum, und es gibt immer noch gut was zu tun.

Was die Insel-Erkundung angeht, haben wir immerhin schon zwei kleine Ausflüge gemacht. Der erste Ausflug führte uns mit Krassimir nach Süden um die Ecke zum Grand Anse Beach. Das ist wohl der Haupt-Strand von Grenada, der dem Ideal des karibischen Strandes, wie man sich ihn vorstellt, schon sehr nahe kommt. Hinter dem Strand liegen einige größere Hotels, von denen man aber gar nicht viel sieht, weil sie recht flach gebaut sind. Und abgefahrenerweise ist der Strand überhaupt nicht überfüllt, vielmehr ziemlich menschenleer. Er ist gesäumt von Palmen und Mandelbäumen, und hier und da gibt es eine nette Strandbar. Wir erkundeten den Strand zunächst mit Krassimir und suchten uns eine geeignete Stelle (mit Strandbar) zum Anlanden. Und dort sollten wir den ganzen Nachmittag verweilen.

Als ich eine Runde Schwimmen war, sah ich, dass sich unser Tisch etwas gefüllt hatte; Steffi war, als ich zurückkam, nicht mehr allein und ins Gespräch vertieft mit drei netten Leuten, von denen sich zwei, Louise und Joe, als Amerikaner herausstellten, und einer, Derrick, als Kanadier. Louise und Joe haben sich als Ruhestands-Wohnsitz ein Haus auf Grenada gekauft und leben seit 5 Jahren auf der Insel. Derrick ist Universitätsprofessor und häufiger hier, weil er an der örtlichen Universität einige Kurse gibt. Es entwickelte sich ein schöner Nachmittag  mit netten Gesprächen und wir bekamen jede Menge Insider-Tipps zu den Grenadinen. Einer dieser Tipps war übrigens: „Esst bloß nicht das lokale Essen, die essen hier echt alles!“

Noch am selben Abend beschlossen wir, diesem Tipp nicht zu folgen. Wir gehen eigentlich immer lieber dahin, wo die Einheimischen hingehen und nicht in die Touristen-Restaurants. Das einheimische Essen ist zumindest meistens sehr lecker, mal etwas anderes, und oft sehr preiswert, während man in den Touristen-Restaurants zweifelsohne auch gut essen kann, aber auch schnell über 20€ für eine Hauptspeise latzt. Ein schöner Kompromiss ist das Restaurant hier am Yachtclub. Es bietet neben klassischer amerikanischer Küche auch einheimische Spezialitäten an, zum Beispiel Rotis. Das ist eine Art Curry mit viel Gemüse und wahlweise Fleisch, eingewickelt in eine Art Crépe. Die sind sehr lecker, gut scharf, machen ordentlich satt und kosten zwischen 4 und 6 Euro.

An diesem Abend jedoch waren wir besonders mutig. Auf dem Weg nach St. George’s hinein läuft man am Hafengelände entlang, dem gegenüber ein großer Sportplatz liegt. Und dort, an dem Sportplatz gibt es ein paar Bretterbuden, bei denen man essen kann (und bei denen wir bisher nur Einheimische gesehen haben). Eine der Buden fiel uns schon vor Tagen auf. Sie ist bunt und liebevoll gestaltet, eine große Grenada-Flagge weht über ihr und auf der Tafel steht etwas von „Country-Food“. Da wollten wir hin! Die Bude wird von Ron betrieben, der jeden Tag etwas anderes zu Essen anbietet. Diesen Abend gab’s „Stew Turkey“, also gekochten Truthahn. Dabei war Reis, Kürbis und Kochbanane. Und der Truthahn wurde, so wie er war, in Stücke gehackt und gekocht. Das war es wohl, was Louise meinte. Er war wirklich lecker! Allerdings war es ein hartes Stück Arbeit, zwischen den Knochen, Knorpeln und Fettlappen an das Fleisch heranzukommen, vor allen Dingen, wenn man nur eine Gabel zur Verfügung hat. Zum Nachtisch machte uns Ron noch einen Yam-Pudding, der sehr lecker war. Wir zahlten am Ende mit Getränken ca. 11€, hatten gut gegessen und sind um eine Erfahrung reicher. Heute Abend gehen wir wohl wieder zu Ron. Mal sehen, was er heute hat.

Ansonsten essen wir hier schon ziemlich gut. Wir haben ein paar für uns neue Obstsorten kennengelernt, wie die Cashew-Frucht oder Goldplaumen, haben jede Menge Maracujas und Zitrusfrüchte an Bord, und zum Frühstück gibt es immer häufiger Avocado aufs Brot anstatt Nutella und täglich eine Kokosnuss.

Unser zweiter Ausflug führte uns in den Regenwald. Grenada hat ein paar tolle Wasserfälle zu bieten, von denen wir zumindest einen besuchen wollten: Die Seven Sister Falls. Das ist eine Kaskade von sieben aufeinanderfolgenden Wasserfällen, im bergigen und feuchten Inselinneren gelegen. So stellte sich für uns zunächst die Frage: Wie wollen wir dahin kommen? Wir entschieden uns für den Bus.

In St. George’s gibt es einen zentralen Busbahnhof, ab dem man jeden Teil der Insel erreichen kann. Busse sind hier eher Vans als Busse. Es gibt auch keinen Fahrplan, die Busse fahren, wenn sie voll sind. Unser Bus hatte Platz für 18 Passagiere, und als alle Plätze besetzt waren, ging die rasante Fahrt über steile und kurvige Straßen los. Es gibt hier kein Busunternehmen, wie wir es kennen. Wir haben den Eindruck, dass die Busfahrer eine Art Einzelunternehmer sind. Es gibt feste Fahrpreise für feste Strecken, ansonsten sind die Busse total bunt und individuell gestaltet. Bus kaufen, Liniennummer draufkleben, und los geht’s – so unser Eindruck. Die Fahrt hat jedenfalls richtig Spaß gemacht!

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Unterwegs im Bus

Wir wurden dann an der richtigen Stelle herausgelassen und bekamen vom Betreiber des „Wasserfall-Business“ gegen Zahlung eines geringen Betrags eine mündliche Wegbeschreibung und Wanderstöcke überreicht, die sich als sehr wertvoll herausstellen sollten. Der Weg zu den Fällen führte uns zunächst durch ein Gelände, auf dem sehr viel verschiedenes Obst angebaut wurde. Hier wurden wir freundlich in Empfang genommen und uns wurden die vielen Obstsorten erklärt, und wir durften unsere erste Cashew-Frucht direkt vom Baum probieren. Dann begann der eigentliche Pfad in den Regenwald. Das war zwar ein präparierter Weg, allerdings musste man schon gut aufpassen. Wir waren ganz froh, dass wir uns auf Gran Canaria noch ein paar Trekking-Schuhe gekauft haben, denn man musste schon ordentlich über Stock und Stein klettern, durch Matsch waten und beeindruckende Steigungen überwinden, um ans Ziel zu kommen (wobei einige besonders abenteuerlustige Zeitgenossen die Wanderung erfolgreich in Flipflops absolvierten). Zum Schluss hieß es noch, einen reißenden Bach zu überqueren, und wir hatten die Fälle erreicht. Wir standen nun vor den zwei unteren der sieben Schwestern. In den Pools unter den Wasserfällen kann man wohl schwimmen, und darauf waren wir auch vorbereitet, allerdings schwemmte das Wasser auch ordentlich Sediment mit, sodass das nicht so das kristallklare Badeerlebnis gewesen wäre, außerdem wimmelte es hier von Mücken, weshalb wir dann doch recht rasch den Rückweg antraten.

Man kann mit Guide übrigens bis zur höchsten Schwester hochklettern, um von dort springend in den jeweils darunterliegenden Pool wieder zur untersten Schwester zurückzukehren. Der höchste Sprung wäre wohl aus 10-15m Höhe erfolgt (hier schwankten die Angaben). Mich hätte das schon bisschen gereizt, nur war leider kein Guide dort, als wir da waren.  Schade, schade…

Ansonsten haben wir viel geschlafen, viel auf der Krassy rumgehangen, und gar nicht so viel geschafft, wie wir wollten. Wahrscheinlich haben wir schon den Insel-Rhythmus übernommen. Das Rumhängen, der „Lime“ oder eben „Limin‘“ gehört hier zur Kultur und macht die Insel sehr sympathisch. Das Leben der Menschen spielt sich viel draußen ab, und hier finden auch die entspannterenn  Stunden des Lebens statt. Man sitzt zusammen, schnackt zusammen, isst zusammen und nimmt sich diese Freiheit bewusst heraus. Für Highspeed-Europäer kann das etwas nervig sein, wenn man in einem Restaurant oder Geschäft bisschen warten muss, aber man hat sich hier schnell eingelebt.

So auch wir. Der Lime ist Bestandteil unseres Lebens geworden. Was sollen wir uns stressen – es ist doch so entspannt gerade auf der Krassy, am Strand, an der Bar, oder sonstwo.

Limin‘ Grenada. Und bei euch so?

-Christian

Angekommen in der Karibik

07.01.2018

Nach unserem turbulenten ersten Versuch Barbados zu verlassen gingen wir zurück zu unserem Ankerplatz vor Speightstown. Die ganze Aktion mit den Segeln hatte uns ordentlich geschlaucht, vor allem weil an diesem Tag die Sonne erbarmungslos auf uns niederbrannte. Wir änderten also unseren Plan und rechneten aus, wann wir lossegeln könnten damit wir möglichst bei Helligkeit auf Grenada ankämen. Hinzu kam noch, dass wir ja schon ausklariert hatten und innerhalb von 24 Stunden Barbados verlassen mussten. Bis 9 Uhr morgens hätten wir dazu Zeit.

Unser Plan war also folgender: wir kühlen uns erst mal ab, ruhen uns ein wenig aus, essen ganz gemütlich zu Abend und gehen dann gegen 22 Uhr Anker auf. Dann hätten wir zwar 2 Nächte auf See, aber wir könnten es ganz entspannt angehen.

Nach dem Essen legten wir uns beide noch mal kurz hin und wollten dann pünktlich um 22 Uhr bereit sein. Tja, war wohl nix, denn wir beide schliefen so tief, dass 22 Uhr kam und ging. Mit einem kleinen Schrecken wachte Christian gegen 23 Uhr auf und wir entschieden spontan noch ein paar Stunden weiterzuschlafen, denn offensichtlich hatten wir das dringend nötig. Außerdem hatte es kurz vorher einen Wolkenbruch gegeben und die Bänke im Cockpit waren noch tropfnass. Da hätte keiner von uns gerne Wache gehen wollen. Den Anker lichteten wir also um 3 Uhr morgens, denn so bekamen wir noch genug Schlaf und würden trotzdem bei Helligkeit Grenada erreichen, außerdem war bis dahin das Cockpit wieder halbwegs trocken.

Auf dieser Etappe hatten wir anders als während der Atlantiküberquerung einen fast vollen Mond, sodass die Nacht nicht stockfinster war und man ganz gut sehen konnte. Da wir nach dem Segelwechsel mit unserer kleinen Arbeitsfock und dem Großsegel unterwegs waren behielten wir die Wolken hinter uns gut im Auge um rechtzeitig das Groß reffen zu können falls sich ein Squall anbahnen sollte. Aber wir hatten Glück und die ganz Überfahrt hindurch blieb es ziemlich ruhig. Der Wind sollte laut Vorhersage in den nächsten Tagen mit 4 Beaufort relativ ruhig sein und auch der Seegang war als moderat vorhergesagt. Die ersten 12 Stunden hatten wir allerdings deutlich weniger Wind, was die Krassy ein wenig rollen ließ. Hier ist es beim Segeln wie beim Radfahren: wenn man ganz langsam fährt ist die ganze Angelegenheit deutlich wackeliger als wenn man ein bisschen Tempo macht. Die 4 Windstärken kamen aber noch und wir waren den Rest der Strecke schneller unterwegs als geplant, sodass wir den karibischen Inselbogen noch bei Dunkelheit erreichten. Pünktlich zum Wachwechsel machte ich noch einen letzten Rundumblick bevor Christian aus seiner Koje gekrochen kam und stellte mit Entsetzen fest dass um uns herum überall nur minimal beleuchtete Kreuzfahrtschiffe lagen. In der AIS-Lage war allerdings keins davon zu sehen und für einen kurzen Moment wurde ich ziemlich nervös! Schnell stellte sich allerdings heraus, dass die ominösen Kreuzfahrtschiffe in Wirklichkeit die Grenadinen waren, also die kleinen Inseln zwischen Grenada und St. Vincent… Zeit für mich schlafen zu gehen…

In meiner nächsten Wache hatte ich dann wieder einen Schreckmoment, denn gegen 5 Uhr morgens entdeckte ich direkt vor uns einige riesige Felsen, die unbeleuchtet nur schwer zu erkennen waren. Im Dunkeln kann man Entfernungen kaum einschätzen und obwohl wir laut Seekarte noch ein paar Meilen von den nächsten kleinen Inseln entfernt sein sollten holte ich Christian aus dem Bett. Er sah das Ganze zu Recht sehr entspannt, blieb aber trotzdem wach und wir manövrierten uns gemeinsam zwischen den Inseln hindurch zur Lee-Seite von Grenada.

Gegen 11 Uhr erreichten wir dann St. George im Süden der Insel wo wir hofften einen Platz in der Marina zu bekommen. Der Hauptort der Insel hat eine sehr gut geschützte Lagune in der sich eine riesige Marina für Superyachten und ein kleiner Yachtclub befinden. Da wir die Krassy zwar super finden, aber sie allgemein eher nicht als Superyacht durchgeht funkten wir den Yachtclub an und baten um einen Liegeplatz. Und siehe da, die Antwort war: „Kein Problem! Kommt einfach rein!“

Jetzt liegen wir also in der wunderbar geschützten Lagune im bewachten Hafen mit Blick auf die echten Superyachten in der Marina gegenüber. Wir haben uns hier gleich für eine ganze Woche eingebucht, denn für unseren Liegeplatz zahlen knapp 20 Euro pro Nacht und nachdem wir seit Puerto de Mogan keine Nacht mehr wirklich ruhig gelegen haben (Überfahrt zu den Kapverden, rolliger Hafen in Mindelo, Atlantikquerung, Ankerplätze mit viel Schwell auf Barbados…) genießen wir jetzt mal wieder den Luxus eines gut geschützten Hafens und richtigen Duschen.

Und Grenada ist großartig! Die Menschen sind hier sehr sehr freundlich, es gibt einen bombastisch ausgestatteten Ausrüster direkt an der Lagune und die saftig grüne Insel hat echten karibischen Charme! Wo man auch hingeht erschallt überall laute Reggae-Musik. Es gibt überall freundliche Straßenhändler, die frisches Obst und Gemüse verkaufen und entlang der Küste gibt es über 50 blütenweiße Sandstrände, die noch erkundet werden wollen.

Gestern nutzen wir den ersten Tag auf der Insel um endlich unseren riesigen Berg Wäsche zu waschen und anschließend ein wenig durch die Stadt zu spazieren. Das Trocknen der Wäsche ist eine kleine Herausforderung, denn den ganzen Tag über gibt es immer wieder mehr oder weniger heftige Regenschauer, die manchmal völlig aus dem nichts kommen. Als Wahl-Hamburger sind wir Nieselregen gewohnt, der von der Seite kommt, hier klatscht in wenigen Minuten aber so viel Wasser senkrecht vom Himmel als hätte jemand einen Duschkopf voll aufgedreht. Kurz danach kommt die Sonne wieder raus und trocknet alles in Rekordzeit wieder ab. Dass es in der Karibik heftig regnen kann ist keine Neuigkeit, aber viele nehmen an, dass der Regen immer nachmittags kommt, sodass man praktisch die Uhr danach stellen kann (hatten wir auch geglaubt…). So ist es aber nicht, regnen kann es hier immer, Tag und Nacht und man kann sich absolut nicht darauf vorbereiten…

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St. George ist ein wunderhübsches Städtchen mit bunten kleinen Häusern, die über die grünen Hügel verteilt sind. In der Stadt geht es bunt und quirlig zu und bei unserem Spaziergang gestern genossen wir die Atmosphäre auf den Straßen und das laute Treiben. Bei einem Straßenhändler wollten wir Limetten kaufen, bekamen aber statt dessen Mandarinen angeboten, die er mit selbst gedichteten Reimen als zuckersüß bewarb. So viel Einsatz sollte belohnt werden und wir kauften ein paar der Mandarinen. Zurück an Bord wollten wir natürlich gleich probieren, so eine zuckersüße Mandarine wäre  genau richtig als Nachtisch. Wir hätten auch Limetten essen können, denn die wären wahrscheinlich noch süßer gewesen… Vielleicht reifen die Mandarinen ja noch nach…

Heute planen wir einen kleinen Ausflug zum nahe gelegenen Strand Grand Anse mit unserem Dinghy und in den nächsten Tagen wollen wir mal ein paar Ausflüge in die Berge machen und zu den Wasserfällen im Regenwald wandern.

Auf Grenada haben wir jetzt das Gefühl so richtig in der Karibik angekommen zu sein!

-Steffi

Fool me once…

03.01.2018

Gestern sind wir von Bridgetown wieder hoch nach Port St. Charles gesegelt. Einerseits, weil es hier netter und irgendwie karibischer ist, andererseits, weil man hier recht entspannt ausklarieren kann, ohne, dass man im Tiefwasserhafen von Bridgetown zwischen den Kreuzfahrtschiffen und Tankern langfahren muss. Wir suchten uns einen netten Ankerplatz vor Speighstown, wo es einen größeren Supermarkt und ein paar nette Strand-Restaurants gibt und gingen erst einmal mit Krassimir an Land um einzukaufen. Wenig später kam auch die Treib(t)gut vorbei und ankerte direkt neben uns. Schnell wurde abgesprochen, nach dem Abendessen anzustranden und die letzten Barbados-Dollars in Cocktails zu investieren. Denn sie wollten heute in Richtung St. Lucia starten und wir in Richtung Grenada. Der Abend war wieder sehr nett  und endete nass, weil wir in völliger Dunkelheit mit dem Dinghy durch die Brandung stoßen mussten, ohne allerdings sehen zu können, was da für Brecher kommen. Wir kamen zwar im ersten Anlauf raus, allerdings schwappte uns noch eine Welle rein, und die Crew der Treib(t)gut musste etwas kämpfen, denn zu viert wird das Unterfangen nicht einfacher. Nass aber glücklich kamen wir jedoch alle wohlbehalten auf unseren Booten an und gingen mehr oder weniger salzig schlafen.

Heute Morgen gingen wir schon um acht Uhr Anker auf, fuhren zum Zoll-Ponton  um auszuchecken und um zeitig loszukommen. Wenn wir spätestens um 10 Uhr starten würden, und unsere Geschwindigkeit von 5kn hielten, standen so die Chancen nicht schlecht, noch bei Helligkeit St. George auf Grenada zu erreichen. Hat auch alles gut geklappt, um halb zehn gingen die Segel hoch und wir waren unterwegs. Mit unserer bewährten Passatbesegelung ging es gut voran. Doch dann passierte etwas, womit wir nicht gerechnet haben: Obwohl das zweite Vorstag gut durchgesetzt war, verhakte sich einer der obersten Stagreiter wieder mit der Genua und zwar genau an der Stelle, an der die Genua ohnehin schon angeknabbert war. Genau der gleiche Mist, der uns auf dem Atlantik schon einmal passiert ist. Und was haben wir daraus gelernt? Wir haben weder die angeknabberte Genua ausgetauscht („nur ne Kleinigkeit, hält schon bis zum nächsten Hafen mit Segelmacher“), und haben trotz der ständigen Probleme mit den verdammten Stagreitern unseres Segelmachers die Stagreiterfock weiterhin benutzt. Tja, wie sagt man im Englischen so schön: „Fool me once, shame on you, fool me twice, shame on me“. Da waren wir wohl selbst schuld. Wir haben einfach nicht damit gerechnet, dass das noch einmal passieren würde, wenn man darauf achtet, dass das zweite  Vorstag durchgesetzt ist.

Nun hatten wir den Salat. Diesmal haben wir es nicht mehr klariert bekommen. So konnten wir weder die Genua wegrollen, noch die Fock bergen. Was also machen? Erst einmal fluchen wie ein Rohrspatz. Und dann Kreise fahren. Wir lösten die Schoten von den beiden Segeln, ließen sie frei flattern und fuhren dann Kreise, auf dass sich beide Segel um beide Vorstage wickelten und irgendwann „aufgerollt“ waren. Das funktionierte auch halbwegs gut, dass wir damit den Rückweg nach Barbados unter Motor antreten konnten. Zum Glück waren wir nur 10sm weit gekommen. Wir gingen also wieder an den Zoll-Ponton, um das Chaos zu klarieren. Dafür war ein Ausflug in den Mast nötig, um den verhakten Stagreiter frei zu bekommen, danach konnten wir die Fock bergen und zum Schluss tauschten wir die Rollgenua mit unserer kleinen Ostsee-Arbeitsfock aus. Also ist erstmal nichts mehr mit Passatsegeln, die Etappe nach Grenada müssen wir also klassisch mit Vor- und Großsegel bestreiten.

Nach all dem Stress und der Arbeit bei den Temperaturen waren wir fix und fertig und klatschnass geschwitzt. Nun liegen wir wieder vor Speighstown vor Anker und erholen uns ein bisschen. Wir werden wohl am späten Abend starten. Nach dem offiziellen Auschecken haben wir 24h Zeit, das Land zu verlassen. Wenn wir morgen früh starteten, müssten wir wieder unsere 5kn fahren, um Grenada bei Helligkeit zu erreichen. Keine Ahnung aber, ob das mit der kleinen Fock realistisch ist. Also haben wir beschlossen in die Nacht hinein zu starten. Das bedeutet zwar zwei Nächte auf See, gibt uns aber mehr Flexibilität und wir können St. George bei Helligkeit anlaufen. Also dann, hoffen wir, dass es im zweiten Anlauf klappt…

-Christian

Happy New Year 2018!

01.01.2018

Auf ganz vielen verschiedenen Wegen haben uns in den letzten Tagen Nachrichten mit Weihnachts- und Neujahrsgrüßen und Glückwünschen zu unserer Atlantiküberquerung erreicht und wir wollen die Gelegenheit nutzen und uns an dieser Stelle noch mal ganz ganz herzlich für all diese lieben Nachrichten zu bedanken! Über jede einzelne haben wir uns riesig gefreut und es ist großartig wie viele Freunde, Verwandte, Kollegen und Bekannte nach wie vor unsere Reise so gespannt verfolgen und mit uns mitfiebern! DANKE!

Und natürlich ist heute auch der richtige Tag um euch allen ein ganz tolles neues Jahr 2018 zu wünschen! Für uns wird es sicher noch einige Abenteuer bereithalten…

Wir haben die letzten Tage in Bridgetown, der Hauptstadt von Barbados verbracht,  oder besser gesagt, vor Bridgetown, denn auch hier liegen wir wieder vor Anker. Der Weg runter von Port St. Charles ist nicht weit und nur mit unserer Genua flogen wir in 2 Stunden hier her. Von Norden kommend umrundet man das Kreuzfahrtterminal bevor man in die berühmte Carlisle Bay gelangt in der man ankern kann. Bei unserer Ankunft lagen insgesamt 7 Kreuzfahrtschiffe im Tiefwasserhafen, und an vorderster Front eine alte Bekannte: die Queen Mary 2. Wer in Hamburg lebt hat diese Monstrosität mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon einmal die Elbe hinauf oder hinab fahren sehen…

Die Carlisle Bay ist recht groß und es gibt hier am nördlichen und am südlichen Ende ein Ankerfeld. Wir drehten erst mal eine Runde. Eigentlich wollten wir zum Südende der Bucht, denn dort ist ein Yachtclub, der laut Hafenhandbuch einen Dinghy-Steg hat und außerdem Vereinsmitgliedern anderer Segelclubs die Möglichkeit bietet ihre Einrichtungen wie Duschen etc. zu nutzen. Den Dinghy-Steg konnten wir nicht ausmachen, also entschieden wir uns spontan doch zunächst im nördlichen Teil der Bucht unseren Anker fallen zu lassen. Auch von einem 2. Dinghysteg etwa in der Mitte der Bucht war nichts zu sehen, nicht weit entfernt entdeckten wir aber die Treib(t)gut, das Schiff mit dem wir unbekannterweise mitten auf dem Atlantik Funkkontakt hatten. Als wir sicher waren, dass unser Anker hält und Krassimir startklar war, fuhren wir also mal rüber um Hallo zu sagen. Die Treib(t)gut ist übrigens anders als wir erwartet hatten ein Katamaran. Michel und Adel verbringen ihren Ruhestand größtenteils auf See und sind jetzt schon seit 7 Jahren unterwegs. Auf der Atlantikquerung wurden sie begleitet von ihrer Tochter Hilke mit Freund Jakob, die allerdings gerade mit dem Dinghy unterwegs waren als wir vorbeischauten. Wir unterhielten uns eine ganze Weile und erhielten einige nützliche Tipps wie wir am besten die Stadt würden erobern können.

Dann tuckerten wir mit Krassimir in Richtung Bridgetown und machten unser Dinghy wie empfohlen an  einer Kaimauer fest. Bridgetown ist ein quirliges Städtchen voller fliegender Händler, die auf den Straßen Obst und Gemüse verkaufen. Wir stromerten erst mal ein wenig durch die Stadt und kauften hier und da ein paar der angebotenen frischen Sachen. Nach einem wenig bekömmlichen Abendessen in einem der vielen Fastfood-Restaurants (man hat hier erstaunlich wenig andere Möglichkeiten…) bestiegen wir wieder unseren fahrbaren Untersatz und brausten zurück zur Krassy.

Es wird empfohlen das Dinghy in der Karibik nicht nachts im Wasser zu lassen, sondern es an Deck zu ziehen oder zumindest aus dem Wasser zu heben. Das ist leider immer ein ganz schöner Kraftakt, denn unser Krassimir ist nicht gerade ein Leichtgewicht (auch wenn es durchaus wesentlich größere Dinghys gibt…). Wir machen uns aber trotzdem jeden Abend die Mühe den Außenborder auf den Heckkorb zu ziehen und Krassimir vorne an Deck zu vertäuen. Wir wollen nicht, dass unser treuer Freund uns abhanden kommt…

Auch am folgenden Tag erkundeten wir noch mal den Ort und stießen dabei auf einen großen Bauernmarkt. Hier kamen wir mit einigen Einheimischen ins Gespräch und schlenderten eine ganze Weile durch die Reihen voller Stände mit frischen Lebensmitteln. Obwohl auf Barbados Englisch gesprochen wird hat besonders Christian enorme Probleme die Einheimischen zu verstehen, denn die Leute hier haben einen ziemlich harten Dialekt und viele nuscheln wie verrückt. Man muss sich schon ein wenig daran gewöhnen.

Mit unserem Dinghy probierten wir auch noch mal die angeblichen Anlegestellen in der Carlisle Bay auszumachen, aber es stellte sich heraus, dass unser Hafenhandbuch hier offenbar etwas falsch verstanden hatte. Die Anleger gibt es schlicht und einfach nicht. Die einzigen Möglichkeiten anzulanden sind an der Kaimauer in der Stadt oder direkt auf dem Strand, wo man sein Beiboot allerdings nicht sichern kann.

Zum Abend hin kam in der Bucht langsam mehr und mehr Schwell auf und die Krassy fing an wie wild zu schaukeln, denn die Wellen kamen nicht aus der gleichen Richtung wie der Wind sondern klatschten von der Seite gegen unseren Rumpf was uns ordentlich ins Rollen brachte. In der Nacht gab es dann noch dazu immer wieder Regenschauer, sodass wir alle paar Minuten die Luken auf und zu machen mussten, damit es nicht rein regnete und wir aber auch nicht in unseren Betten dampfgegart würden. Sobald die Luken zu sind hat man unten im Boot das Gefühl zu ersticken, denn nachts fallen die Temperaturen mittlerweile nicht mehr unter 27°C. Irgendwann gegen 5 Uhr morgens schrillte dann auch noch unsere Ankerwache und Christian musste im strömenden Regen raus um zu schauen, was da los war. Letztenendes hatte nur der Wind gedreht, dadurch waren aber einige Boote im Ankerfeld sehr nah aneinander getrieben und hier und da wurden in den frühen Morgenstunden Manöver gefahren. Wir ließen nur vorsichtshalber etwas mehr Ankerkette raus, konnten es uns aber zum Glück sparen den Anker lichten zu müssen. Das elende Gerolle blieb uns allerdings noch den größten Teil des nächsten Tages erhalten und zum Glück erreichte uns Ablenkung in Gestalt von Hilke und Jakob von der Treib(t)gut, die uns auch mal kennenlernen wollten und uns dann gleich für den Silvesterabend zum Burger essen einluden.

Wir verstanden uns super und verquatschten den größten Teil des Nachmittags an Bord der Krassy. Da die beiden noch für das geplante Abendessen einkaufen wollten nahmen sie uns mit in die Stadt und gemeinsam versuchten wir vergebens einen noch geöffneten Supermarkt zu finden. Wir hatten so lange auf der Krassy geplaudert, dass schon alles geschlossen war… Zum Trost gab es dann in der Strandbar der Carlisle Bay noch ein paar Cuba Libre bevor wir uns gemeinsam auf den Rückweg zu unseren Booten machten.

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Ein Drink am Strand

Der Silvesterabend auf der Treib(t)gut war echt schön und die Burger schmeckten hervorragend. Um Mitternacht wurde angestoßen und dann schauten wir uns die Feuerwerke der großen Hotels entlang der Bucht an. Die Treib(t)gut-Familie stellte sich als echte Seefahrer-Familie heraus und hatte viele interessante und lustige Geschichten zu erzählen.

Auf Barbados scheint man am Neujahrstag noch mehr zu feiern als an Silvester. Heute kreisen noch deutlich mehr Jetskis und überfüllte Partyboote um uns herum als in den letzten Tagen. Am lautesten ist ein seltsames Gefährt, das aussieht wie eine umgebaute dänische Autofähre mit Gartenpavillions an Deck. Dieses Dings eimert hier mit lauter Musik durch die Bucht und man fragt sich gelegentlich, ob die Leute darauf wirklich Spaß haben…

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Halli-Galli-Party-Fähre

Wir haben heute mal ein wenig die Sonne genossen und Christian, der immer etwas zu tun haben muss, hat der Krassy ein Wellness-Programm gegönnt und den blauen Streifen am Rumpf vom Salz befreit und poliert. Zur Belohnung ruderten wir noch auf einen Drink zum Strand und fluteten danach sowohl Krassimir als auch mich bei dem uneleganten Versuch, durch die Brandung in freies Wasser und zurück zur Krassy zu gelangen.

Morgen fahren wir noch mal zurück nach Port St. Charles, denn dort hat gab es deutlich mehr Karibik-Flair und weniger Halli-Galli. Von da aus wollen wir dann wahrscheinlich weiter nach Grenada. Mal sehen.

-Steffi

Die Überfahrt in Bildern

Jetzt, wo wir endlich mal Netz haben (wenn auch nur kurz), wollen wir die Gelegenheit nutzen, euch ein paar Impressionen von unserer Atlantiküberquerung und unserer Ankunft auf Barbados zu liefern. Viel Spaß!

Fotos von der Überfahrt

Fotos von unserem erstem Tag auf Barbados

-Steffi und Christian