Ruhestörung!

24.05.2018
35°16,2’N; 049°41,2’W

Die Tage kriechen auf See so dahin und bisher genießen wir noch immer entspanntes Segeln. Heute soll es allerdings damit vorerst vorbei sein, denn zum ersten Mal ist etwas mehr Wind vorhergesagt. Bis auf 6 Windstärken, in Böen mal 7, soll es hoch gehen, allerdings von hinten, was meist bedeutet, dass der Wind von der Krassy und von uns als gar nicht so stark wahrgenommen wird. Schauen wir mal…

Bisher hatten wir allerdings unwahrscheinliches Glück, denn diese Überfahrt ist wirklich entspannt! Am Montag haben wir unser Großsegel geborgen und sind seit dem mit klassischer Passatbesegelung unterwegs. Dienstag gab es zum ersten Mal etwas mehr Welle und mit der Aussicht auf das herannahende Tiefdruckgebiet war die Stimmung ein wenig gedrückt. Mittlerweile sehen wir das Ganze aber etwas entspannter, denn der Wind nimmt langsam zu, sodass wir uns nach und nach anpassen und an die Wellen gewöhnen können. Außerdem haben wir vorsichtshalber unsere große Genua gegen die kleine Arbeitsfock getauscht, sodass wir auch was die Segel angeht jetzt ganz gut betankt sind. Das war allerdings eine denkwürdige Aktion….

Wir hatten damit gerechnet, dass gestern schon ordentlich Wind kommen sollte, allerdings erst nachdem ein Schwachwindfeld durchgezogen wäre. In der Nacht bekamen wir dann auch den vorhergesagten Schwachwind und wieder einmal waren unsere Nerven unter dem Schlagen der Segel hart beansprucht. Christian hatte während seiner Wache am frühen Morgen noch mal ins Wetter geschaut und riss mich dann um 7 Uhr aus einem wundersamen Traum, bei dem zwei Polizisten auf aufblasbaren Einhörnern am Strand lang geritten waren (Freud hätte seine helle Freude an mir!). „Lass uns die Genua wechseln!“ Der Wind und die See waren noch recht ruhig und es schien so als wäre das vielleicht die letzte Gelegenheit das Segel noch in Ruhe tauschen zu können.

Wie ein kleiner Zombie kroch ich also aus der Koje, zog mich an und warf mir die Rettungsweste über. Zunächst mussten wir die Stagreiterfock bergen und das zweite Vorstag wegnehmen. Die Fock blieb nicht wie üblich vorne an Deck liegen, sondern wanderte vorübergehend in die Koje. Da wir natürlich auch die Genua einholen mussten ging der Motor an und unser Autopilot brachte uns auf einen Amwind-Kurs, auf dem wir das Segel sicher an Deck legen könnten. Der Kurs bedeutete allerdings auch, dass die Krassy mit der Nase voran direkt in die Wellen fuhr und so klatschte der Bug immer wieder aufs Wasser. Wenn man vorne an Deck steht ist das ganz schön unheimlich, denn man bekommt das Gefühl ein paar Meter tief zu fallen während die Krassy wie ein wildes Pferd in den Wellen aufbockt. Als das Segel unten war mussten wir es notdürftig falten und verstauen. Als unförmiger Knödel gesellte sich die riesige Genua also zunächst zu unserer Stagreiter-Fock unter Deck und wir kramten die kleine Arbeitsfock unter dem Bett hervor. Als wir das Segel hochziehen wollten erschreckten wir uns kurz, denn plötzlich sah man im Wasser um den Bug der Krassy riesige dunkle Schatten. Delphine! Die waren am frühen Morgen vorbeigekommen um mal zu schauen, was der ganze Aufruhr eigentlich sollte. Da wir aber beschäftigt waren verloren die Delphine schnell das Interesse und verschwanden wieder. Es ist übrigens tatsächlich so, dass die Delphine nur am Boot bleiben, wenn sie Aufmerksamkeit bekommen. Irgendwie scheinen sie das zu merken.

Als das neue Segel endlich oben und auch die Stagreiter-Fock wieder angeschlagen war fiel ich mit weichen Knien wieder zurück ins Bett.
Nach dem Frühstück mussten wir uns dann noch des Genua-Knödels annehmen. Wenn die Segel oben sind kann man sich immer nicht so recht die tatsächlichen Ausmaße vorstellen, aber dieses Segel ist riesig! Und die Krassy ist klein. Wir klappten im Salon den Tisch aus und versuchten irgendwie das gewaltige Segel auseinanderzufalten um es halbwegs sortiert wieder gelegt zu bekommen. Nach einigem Ziehen und Zerren und dem ein oder anderen angestoßenen Ellenbogen hatten wir es geschafft und die Genua war erstaunlich ordentlich gefaltet, sodass sie sogar wieder in den Segelsack passte.

Den Rest des Tages ruhten wir uns von den Strapazen aus und ärgerten uns ein bisschen, dass der angekündigte Wind immer noch nicht kam. Da hätten wir die ganze Aktion auch gemütlich nach dem Frühstück machen können! Harry Potter schlug sich mit der fiesen Professor Umbridge herum und wir ließen den Tag entspannt dahintröpfeln.

Nachdem auch die Nacht noch verhältnismäßig ruhig war warten wir jetzt gespannt darauf, dass der versprochene Wind kommt. Wir sind immerhin gut vorbereitet.

-Steffi

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Im Wechselbad der Gefühle

20.05.2018

35°28.4’N, 059°35.1’W

Unsere Überfahrt verlief bisher so gut, dass wir es gar nicht als anstrengend empfanden, auf See zu sein, und dabei doch bestens voran kamen. Und kurzerhand war die Entscheidung auch schon gefallen, direkt zu den Azoren weiter zu segeln. In Wahrheit haben wir mit diesem Gedanken von Anfang an gespielt, und auch schon recht früh einen Kurs angelegt, der uns gut 100sm nördlich an Bermuda vorbei führte. So war Bermuda recht früh nur noch eine Option, sollte sich das Wetter drastisch verschlechtern, wir einen Schaden an der Krassy erleiden oder sich einer von uns verletzen.

Der geschwindigkeitsoptimierte Weg von Florida zu den Azoren hätte uns weiter im Golfstrom entlang der US-Ostküste nach Nordosten geführt, bis auf 39° oder 40° Nord, wo man dann auf Ostkurs einschwenkt und unter weiterer Nutzung des Stroms und angeschoben von den Tiefdruckgebieten der Westwindzone rasant dem Ziel entgegen fliegen würde. Allerdings birgt dies die Gefahr, es mit Stürmen zu tun zu bekommen, da ein großer Teil der Strecke in recht hoher Breite absolviert werden müsste.

Der Weg über Bermuda führt weiter südlich, man verzichtet auf den Golfstrom-Turbo, hat es weniger wahrscheinlich mit schlechtem Wetter zu tun, riskiert aber auch, in der Hochdruckzone des Bermuda-Azoren-Hochs einzuparken. Die Empfehlung der Handbücher für den Weg von Bermuda zu den Azoren lautet wie folgt: Man fahre einen nordöstlichen Kurs bis 39° oder 40° Nord, und danach mit Kurs Ost dem Ziel entgegen.

Wir haben uns für eine südliche Route entschieden, weil wir nicht scharf drauf sind, es mit schwereren Stürmen zu tun zu haben. Unsere Wetterdaten sahen, als wir uns Bermuda näherten, auch so aus, als dass wir am Bermuda-Hoch vorbeihuschen könnten, um danach schönen Westwind zu finden. Neue Daten zwei Tage später verrieten dann aber, dass wir doch durch eine Schwachwind-Zone fahren werden müssten.

So war es mit unserer rasanten Segelei vorgestern Abend dann auch vorbei, wir saßen in der Flaute. Naja, wenn es mal eine richtige Flaute gewesen wäre! Es war gerade so viel Wind, dass man eigentlich noch segeln konnte, allerdings kam er von hinten. Und dazu kam eine leichte Dünung heran gerollt, die unsere Segel im Takt der Wellen ordentlich schlagen ließ. Und das ist eine Zerreißprobe. Einerseits für unsere Nerven, denn es ist einfach keine Ruhe im Boot. „Flap-Flap, Plong-Plong“ stundenlang. Andererseits für das Material. Diese stoßartige Belastung zerrt an den Segeln, Beschlägen, Schäkeln und Leinen. Das wäre ja alles noch hinnehmbar, wenn wir dabei wenigstens voran kämen. Aber passenderweise hatten wir gerade die letzten Tage eine nervige Strömung gegen uns, die unsere Fahrt durchs Wasser von 2.5-3.0kn auf 1,5-2.0kn über Grund abbremste.

Dann haben wir ja noch den Motor. Nur mit Motorstunden wollen wir sparsam sein. Insgesamt dürfte er maximal 100 Stunden laufen, das wäre aber wirklich auf den letzten Tropfen. Und es drohen noch weitere Flauten, vor allem in der Nähe der Azoren. Also zogen wir das segelnd durch und quälten uns durch die Nacht. An Schlafen war dabei allerdings nicht wirklich zu denken. Als gestern noch keine Besserung in Sicht war, ging tagsüber dann doch immer wieder der Motor an und zur Nacht hin zusätzlich alle Segel runter. So bekamen wir wenigstens etwas Schlaf und haben ein paar Meilen absolvieren können. Die nervige Gegenströmung kippte dann auch endlich und schob (und schiebt bis jetzt) etwas mit. Pünktlich zur Frühstückszeit heute Morgen kam dann auch der versprochene Wind auf, und seitdem sind wir wieder segelnd und rasant unterwegs.

Wir werden uns die nächsten Tage nicht ganz an die Reiseempfehlung der Revierführer halten und fahren zunächst in einem Korridor zwischen 35°N und 35°30’N nach Osten. Hier gibt es die nächsten Tage schönen Westwind, und vor allem scheint zum Donnerstag hin ein dickes Tiefdruckgebiet recht südlich durchzuziehen, was den armen Seelen, die auf 39°N unterwegs sind, handfestes Sturmsegeln einbringen wird und das uns weiter südlich hoffentlich nicht zu hart beutelt.

Der Bordalltag tröpfelt derweil routiniert vor sich hin. In der Flaute haben wir beide etwas Federn gelassen. Wenn das noch länger gegangen wäre, wäre ich reif für die Klapse gewesen. Steffi ist da etwas leidensfähiger als ich. Schnell neige ich dazu, die Überfahrt, die 8 Tage lang großartig war zu verteufeln, weil man mal eben in der Flaute sitzt. Genauso schnell sind die Strapazen aber wieder vergessen, sobald die Segel wieder stabil stehen, und nur das Rauschen des Wassers die Stille erfüllt. Ein echtes Wechselbad der Gefühle!

Wir essen nach wie vor gut, es gab zum Beispiel eine leckere Flauten-Pizza, wir haben immer noch reichlich Vorräte an frischem Obst und Gemüse, also müssen wir noch nicht aus Dosen leben. In den letzten drei Tagen wurden wir immer wieder von einer riesigen Delfin-Schule besucht, die heute eine gute halbe Stunde lang um die Krassy getollt ist, bestimmt 30 oder 40 Tiere. Wir setzen uns dann immer aufs Vorschiff und schauen dem Treiben zu. Es wird einfach nie langweilig…

Dann versuchen wir immer wieder angelnd unser Glück, allerdings bisher vergebens. Unser großartiger magischer Köder, mit dem wir bestimmt schon 10 Fische gefangen haben, einschließlich dem großen Wahoo und der großen Goldmakrele, ist leider verlustig gegangen. Ganz offensichtlich hat er einen doch etwas zu großen Fisch zum Biss verführt, was den Karabiner, mit dem er befestigt war, glatt halbiert hat. Der neue Köder, der dem alten eigentlich ziemlich ähnlich sieht, konnte leider noch nicht trumpfen.

Nun haben wir schon gut 1.250 Seemeilen im Kielwasser, können also morgen oder übermorgen Bergfest feiern. Wir sind wieder gut aufgelegt und, zumindest was die nächsten Tage angeht, optimistisch, dass wir weiterhin tolles Segeln haben werden. Und abgesehen von einem kleinen Riss im Vorsegel, der wohl dem Schlagen in der Flaute geschuldet ist und mit Reparatur-Tape schnell geflickt war, haben wir keinen Schaden zu vermelden. Wir klopfen also auf Holz und schauen gespannt auf das, was der Atlantik noch mit uns vorhat.

-Christian

Next Stop: Azoren

17.05.2018
33°49,6’N 066°26,8’W

Die Würfel sind gefallen: wir haben entschieden Bermuda doch auszulassen und zu den Azoren durchzufahren. Bestimmt wäre Bermuda ein tolles Ziel gewesen und wahrscheinlich werden wir nie wieder eine Gelegenheit bekommen diese Insel zu besuchen, aber erstens läuft es gerade so gut bei uns und die Wetterprognose sieht auch für die nächste Woche weiterhin gut aus und zweitens reizt uns auch die längere Fahrt ein wenig. Wir haben also jetzt noch knapp 2000 Seemeilen vor uns bevor wir die Azoren erreichen. Etwa 900 Meilen haben wir in der letzten Woche schon zurückgelegt und in den letzten beiden Tagen waren wir fast konstant mit etwa 6 Knoten unterwegs. Die erste Woche auf See ist wie im Flug vergangen. Bei herrlich angenehmen Temperaturen genießen wir das schnelle Dahingleiten bei immer noch wenig Seegang.

Ein bisschen was haben wir aber auch zu erzählen. Gerade als wir den letzten Blogbeitrag hochgeladen hatten hörten wir ein Platschen und Schnauben direkt neben dem Boot. Delphine! Und zwar eine ganze Delphinschule. Wir tapsten also zum Vorschiff und setzten uns dort an die Reling wo wir diesen eleganten, freundlichen Tieren zusehen konnten, wie sie in unserer Bugwelle mitschwammen. Man kann davon eigentlich nie genug bekommen! Die Delphine blieben eine ganze Weile bei uns und als sie sich nach und nach verabschiedeten und davon schwammen machten wir gleich die nächste Wildllife-Sichtung an diesem Tag: einige portugiesische Galeeren segelten ganz nah neben der Krassy durch die sanften Wellen. Falls euch diese Tierart nichts sagt, es handelt sich dabei um große Quallen, die mehrere Meter lange Tentakeln hinter sich her ziehen. Sie bewegen sich hauptsächlich durchs Wasser indem sie eine Art kleines Segel aufspannen, das man auf dem Wasser gut erkennen kann. So sehr wie die Delphine konnten uns die portugiesischen Galeeren dann allerdings nicht begeistern, denn ihre Tentakeln sind ziemlich giftig. Unsere Angel holen wir ab jetzt nur noch mit Handschuhen ein…

Später am Nachmittag gab es dann die nächste Begegnung. Diesmal mit einer kleinen Schwalbe, die sich anscheinend den Flügel verletzt hatte. Wild flatternd steuerte sie die Krassy an um sich auszuruhen und nach einigen Versuchen landete sie dann zunächst an Deck. Immer wieder wurde der kleine Vogel allerdings durch Wind und Wellen wieder aufgeschreckt oder weggeweht, kam aber immer wieder. Irgendwann stellte er fest, dass unter unserer Sprayhood der beste Schutz vor dem Wind war und er ließ sich dort nieder. Der arme kleine Kerl war so verzweifelt, dass er ganz zutraulich wurde und sich von uns kaum noch stören ließ, allerdings waren wir auch extrem vorsichtig, denn immer wieder flog er wieder auf und kam dann zurück. Wir stellten ganz vorsichtig ein paar Leinsamen und etwas Wasser raus, aber entweder hatte er keinen Hunger und Durst oder er verstand nicht, dass dort Nahrung für ihn war. In der Wahl seiner Ruheplätze ging das kleine Federvieh allerdings auch nicht immer ganz rational vor. Besonders gut schien es ihm auf dem Schlüsselanhänger unseres Motorschlüssels zu gefallen. Der ist aber eine Kugel aus Kork und rollt ständig durch die Gegend, sodass der Vogel wie ein Zirkusäffchen wirkte während er auf dem Korkball balancierte. Ich hatte den kleinen schnell ins Herz geschlossen und wir überlegten, wie wir ihm am besten helfen könnten, aber letztenendes flog er doch irgendwann weg und kam nicht wieder. Wir können nur spekulieren, was aus ihm geworden ist, aber er hätte bis zur nächsten Ruhestätte ziemlich weit fliegen müssen und es ist unwahrscheinlich, dass er das geschafft hat. Armer kleiner Vogel!

Gestern verging unser Tag wieder ohne dass wir es recht merkten. Wir flogen so schnell durchs Wasser und die Fahrt war dabei so ruhig, dass wir tatsächlich den ganzen Tag in der Plicht rumlagen und außer uns was zu essen zu kochen nichts weiter zu tun hatten.

Die Nacht hindurch und heute sind wir noch immer so schnell unterwegs, allerdings auf einem Kurs am Wind, sodass auf dem Vorschiff immer wieder kleinere Wellen aufs Deck spritzen. Das ist eigentlich nicht schlimm, nervt aber nachts, denn dann können wir das Fenster nicht öffnen und es wird in der Kabine ziemlich stickig. In den nächsten Tagen wird sich das aber hoffentlich ändern und wir können wieder einen Vorwind-Kurs fahren.

Heute gab’s dann auch mal wieder eine wohlverdiente Dusche für die Crew, allerdings erst als der holländische Frachter, der mit einer knappen halben Meile Abstand an uns vorbei fuhr, außer Sichtweite war… Unsere Bilgepumpenkonstruktion hatte auf Grenada einen neuen und längeren Schlauch bekommen, sodass wir jetzt ganz entspannt im Cockpit duschen können. Das ist deutlich bequemer und natürlich auch viel sicherer als auf dem Achterdeck rumzuturnen. Der einzige Nachteil ist allerdings, dass langsam aber sicher das Wasser immer kälter wird und heute quietschten wir um die Wette beim Duschen. Nur die Harten kommen innen Garten! Das ist zudem erst ein Vorgeschmack auf das was uns noch erwartet, denn unser Kurs führt uns noch ein ganzes Stück weiter nach Norden…

-Steffi

Wie Urlaub auf der Couch!

15.05.2018
32°54,6’N 071°50,0’W

Vielleicht habt ihr euch schon gefragt, wie es uns diesmal auf hoher See so geht. Obwohl wir täglich eine Nachricht mit unserem Iridium-Telefon in die Heimat schicken haben wir den Eindruck, dass nicht immer alle Nachrichten angekommen sind. Also auf diesem Wege auch noch mal: seid versichert, uns geht es sehr gut!

Als wir Ende letzten Jahres den Atlantik von Ost nach West überquert haben hatten wir eine großartige Überfahrt und konnten uns kaum vorstellen, dass es hätte besser laufen können. Aber bisher toppt die Fahrt in Richtung Bermuda alles, was wir seglerisch bisher erlebt haben (hoffen wir, dass es so bleibt!). Ihr könnt euch das ungefähr so vorstellen, als verbrächte man einen Urlaub zuhause und fläzt sich ein paar Wochen lang im Jogginganzug auf der Couch, wobei man sich maximal bis zum Kühlschrank begibt um was zu futtern zu holen und gelegentlich ins Bad verschwindet. So ungefähr ist es bei uns gerade! Seit wir am Donnerstag in Daytona Beach gestartet sind haben wir noch kein einziges Mal eine Wellenhöhe über einem halben Meter verzeichnet, der Wind weht mit 3-4 Windstärken aus Süden und gelegentlich schieben der Golfstrom oder seine Ausläufer ein bisschen mit. Die Krassy hat zwischenzeitlich so wenig geschaukelt, dass man unter Deck den Eindruck hatte im Hafen zu liegen, obwohl wir eigentlich mit 6 Knoten durch den Atlantischen Ozean flogen. Es ist kurz gesagt einfach herrlich!

Gelegentlich hat uns allerdings auch schon die eine oder andere Flaute erwischt wobei wir dann nur noch 1 Knoten Fahrt über Grund machten, also praktisch auf der Stelle standen. Aber mittlerweile sind wir die personifizierte Gelassenheit und so lange die Segel nicht allzu sehr schlagen sitzen wir auch geduldig die Flauten aus. Im Schnitt sind wir nämlich trotz gelegentlicher Windstille unsere 5 Knoten, also Etmale von 120 Meilen gefahren, denn es kommt zuverlässig nach ein paar Stunden immer wieder genug Wind auf um gut voran zu kommen.

Unsere Kurslinie, die wir gewissenhaft in der Seekarte verzeichnen sieht ein wenig aus als wäre ein Besoffener am Steuer, denn wir sind ein paar Umwege gefahren um im Golfstrom zu bleiben. Vorgestern begegnete uns eine englische Yacht, mit der wir kurz Funkkontakt hatten. Die Crew bekommt regelmäßig Updates vom Wettergott der amerikanischen Ostküste, Chris Parker, und ließ uns wissen, dass ein sogenannter „Cold Eddie“, ein Kaltwasserwirbel etwa 100 Meilen vor uns lag. Die Eddies sind kleinere Strömungswirbel, die sich am Rand des Golfstroms bilden können und je nachdem ob sie warm oder kalt sind drehen sie sich im oder gegen den Uhrzeigersinn. Wenn man also gutes Wetterrouting hat kann man die Eddies nutzen und sich von der Strömung etwas schieben lassen. Wenn man sie auf der falschen Seite erwischt, hat man die Strömung für eine Weile gegen sich. Wir fuhren also einen kleinen Umweg und nahmen die Strömung mit.

Jetzt sind wir wieder auf Kurs und wenn die Bedingungen so bleiben wie sie jetzt sind hätten wir nichts dagegen einfach bis zu den Azoren durch zu fahren, aber wir halten unseren Kurs trotzdem so, dass wir noch Bermuda ansteuern können, sollte das nötig sein.

Unsere Zeit verbringen wir indes wie zwei echte Couchpotatos, lümmeln in der Plicht herum und während wir Harry Potter dabei zuhören wie er im Trimagischen Turnier gegen Drachen und Wassermenschen kämpfen muss genießen wir die ruhige See. Wir haken gewissenhaft auf meiner großen Liste alle Lebensmittel ab, die wir verbrauchen, machen gelegentlich ein Nickerchen und abends wird lecker gekocht, gestern gab’s zum Beispiel mal wieder Krassy-Pizza.

Auch mit dem Schlafen klappt es dank der ruhigen See ausgezeichnet. Die ersten beiden Nächte sind immer ein bisschen anstrengend, aber mittlerweile haben wir uns wieder an den Wachwechsel gewöhnt und sind tagsüber erstaunlich fit. Die vorletzte Nacht war übrigens so gut, dass wir es kaum glauben konnten. Der Wind wehte absolut konstant und unser Windpilot hielt ausnahmsweise mal ganze 12 Stunden am Stück seinen Kurs während auch verkehrstechnisch absolute Stille herrschte und wir so sogar unsere Wachen ganz entspannt angehen konnten.

Mit dem Hochladen des Blogbeitrages holen wir uns auch gleich neue Wetterdaten, aber bisher scheint uns der laue Wind noch bis zum Ende der Woche erhalten zu bleiben, was uns auch unser Wetterfrosch in Bremen bestätigt hat (Danke noch mal Hajo!). Also drückt uns die Daumen, dass Neptun auch weiterhin so gut zu uns ist!

-Steffi

Krassy goes Home – Jetzt aber wirklich

12.05.2018

31°31.0’N, 078°33.3’W

Wir sind unterwegs! Die Prognose bot uns ein stabiles Wetterfenster, was uns zumindest potenziell ohne Sturm nach Bermuda bringen kann, und die beiden großen Wettermodelle GFS und ECMWF waren auch weitgehend im Einklang. Wir verließen Daytona also am Donnerstag, und fuhren pünktlich zum Abendhochwasser und bei besten Bedingungen aus dem Ponce Inlet hinaus auf den Atlantik.

Bis Freitagmittag hatten wir auch ziemlich perfektes Segeln mit guter Geschwindigkeit, und der Golfstrom, den wir am frühen Morgen erreichten, bescherte uns noch einen Extra-Turbo. Zum Nachmittag hin ließ der Wind aber nach, dass wir uns noch genötigt sahen, den Motor für ein paar Stunden laufen zu lassen. Abgesehen von ein paar Stunden letzte Nacht lässt der Wind auch tatsächlich zu wünschen übrig. Wir dümpeln trotz Golfstrom mit bisschen mehr als 3 Knoten vor uns hin und versuchen nach Norden zu gelangen, um etwas mehr Wind zu bekommen.

Ansonsten ist der Alltag bisher entspannt, da ja wenig Wind meistens auch wenig See bedeutet. Wir schlafen und essen gut, vorgestern gab’s Veggie-Burger, gestern Mofongo, und das Frühstück ist bei uns sowieso immer gut und üppig. Einzig das Schlagen der Segel nervt und die Tatsache, dass ich es schon wieder geschafft habe, mir beide Hände aufzureißen, was die Arbeit an den Leinen erschwert.

Das Fazit der Überfahrt bisher: Durchwachsen mit mäßigem Blutvergießen. Ansonsten geht es uns gut. Das Navtex verspricht wettermäßig zunächst keine unangenehmen Überraschungen, so können wir also recht entspannt weiterdümpeln und auf etwas mehr Wind hoffen.

-Christian

Killing Time

08.05.2018

Falls ihr euch fragt, wie es bei uns gerade so aussieht: wir sind immer noch in Daytona Beach… Letzte Woche haben wir ja noch praktisch täglich auf ein Wetterfenster gehofft und waren immer wieder optimistisch, bis sich dann am Freitag schon wieder eine Vorhersage so stark veränderte, dass wir mal wieder entschieden doch nicht zu fahren. Das Problem ist, dass wir hier an einer wirklich schwierigen Stelle sind. Wir müssen den Golfstrom überqueren, der uns nach Norden reißen wird und gleichzeitig bilden sich durch die Landmasse Nordamerikas immer wieder Starkwindfelder, in die wir durch den Golfstrom hineingedrückt würden. Als wir dann am Freitag entschieden hatten mal wieder abzuwarten hatte sich dann auch für eine längere Zeit unser Wetterfenster geschlossen, denn ab jetzt wurde erst mal nur noch Nordost-Wind vorhergesagt, und das hieße für uns voll gegenan.

Wir waren also beide erst mal ein kleines bisschen angenervt. Seit Dienstag hatten wir kein Auto mehr und auch wenn wir die ersten 2 Tage noch ganz entspannt auf der Krassy verbrachten, endlich mal ausschliefen und gelegentlich einen kleinen Spaziergang zum nächstgelegenen Doughnut-Laden unternahmen, fingen wir langsam an uns eingesperrt zu fühlen. In Amerika kann man tatsächlich ohne Auto absolut nichts machen! Die Distanzen sind hier unfassbar groß und auch wenn wir es beide durchaus gewohnt sind auch mal längere Strecken zu fuß zurückzulegen, kamen wir nicht so recht vom Boot weg. Zudem führen alle Wege an viel befahrenen Straßen entlang, sodass es auch nicht unbedingt Spaß macht irgendwo hin zu laufen. Am Freitag war unsere Stimmung also ziemlich im Keller und auch unseren Ausflug zum Strand konnten wir nur bedingt genießen.

Aber es half ja nix, wir wussten jetzt immerhin, dass wir noch eine Weile in den USA bleiben würden. Frühestens ab Ende der nächsten Woche gäbe es vielleicht eine Möglichkeit los zu kommen. Nachdem wir also beschlossen hatten das Beste draus zu machen, reservierten wir uns doch wieder einen Mietwagen für ein paar Tage. Mit dem Uber ging es also noch vor dem Frühstück mal wieder zum Flughafen zu Budget, der Autovermietung unseres Vertrauens. Nachdem wir mit unserem kleinen SUV so zufrieden waren dachten wir da könnten wir nicht viel falsch machen. Das Auto sollte etwa 30$ am Tag kosten, ein guter Deal also und wir hofften wieder so ein super Auto zu bekommen wie beim letzten Mal. Tja, die freundliche Dame bei Budget wies uns dann allerdings darauf hin, dass hier noch mal etwa 45$ für diverse Versicherungen hinzukommen sollten, denn es war keine Versicherung dabei. Wie bitte?! Das ist ja mehr als das Auto selbst kostet! Je wütender Christian wurde, desto mehr ebbte auch die Freundlichkeit der guten Frau am Schalter ab. Wir überlegten hin und her, was wir jetzt machen sollten während hinter uns die Schlange der Wartenden immer länger wurde. Zähneknirschend nahmen wir dann doch das Auto und ärgerten uns fürchterlich, dass wir nun für 2 Tage so viel zahlen sollten wie vorher für eine ganze Woche.

Nach dem ganzen Ärger gingen wir erst mal frühstücken, denn noch dazu verlief die Diskussion mit der Frau bei Budget auch noch unter lautem Knurren unserer Mägen (wer Christian kennt, der weiß, dass er erst nach einem gigantischen Frühstück wirklich funktionsfähig ist…). Wir fuhren in ein klassisch-amerikanisches Diner mit roten Lederbezügen auf den Bänken und viel Chrom rund um die Bar und während im Hintergrund alte Rock’n’Roll-Hits liefen füllten uns die Kellnerinnen im 5-Minuten-Takt unsere Kaffeebecher wieder auf und versorgten uns mit reichlich Omlette, Toast und Pancakes. Während des Frühstücks heckten wir dann auch einen Plan aus, wie wir uns des teuren Autos wieder entledigen könnten. Budget vermietet auf 24-Stunden-Basis, wir würden den Wagen also einfach am nächsten Morgen um 10 Uhr wieder zurückgeben und uns dann online ein günstigeres Auto mieten. Unser Fehler war nämlich offenbar, dass wir direkt bei der Autovermietung gebucht hatten und nicht über einen Dritt-Anbieter bei dem die Versicherungen schon alle inklusive sind.

Da wir aber nun schon mal ein Auto hatten, mussten wir das nutzen und fuhren den Rest des Tages durch die Gegend, besuchten ein Outlet-Center in dem wir allerdings nichts kauften und gingen zum Abschluss des Tages noch ein leckeres Eis essen, das so groß war, dass man von einer Kugel eine ganze Familie satt bekommen hätte.

Am nächsten Morgen setzten wir unseren genialen Plan in die Tat um. Ungünstigerweise waren allerdings wieder die gleichen beiden Damen bei Budget im Dienst. Als wir das Auto zurückgaben wurden wir noch ganz freundlich bedient, als wir dann allerdings ca. 10 Minuten später wieder am Schalter auftauchten um unseren im Flughafen-Wifi online gebuchten und viel günstigeren Wagen abzuholen waren die beiden etwas verschnupft… Tja, dumm gelaufen, aber der Preis für unser Auto war wirklich so unverschämt, dass wir jetzt nicht wirklich ein schlechtes Gewissen hatten der Autovermietung etwas mehr Arbeit zu bereiten. Immerhin hatten wir sogar wieder bei Budget gebucht, obwohl es im Flughafen natürlich auch noch andere Autovermietungen gegeben hätte.

Deutlich entspannter fuhren wir jetzt mit unserer Hundai-Limousine los und machten erst mal einen kleinen Ausflug zum Ponce de Leon Inlet Lighthouse. Falls ihr euch erinnert sind wir bei unserer Ankunft in Florida durch den Ponce de Leon Inlet in den Intracoastal Waterway eingestiegen und wenn wir hier wieder weg fahren werden wir auch wieder durch dieses Inlet hinaus müssen. Zum Leuchtturm gab es einige interessante Informationen und es gab auch noch eine große Ausstellung rund um das Leben der Leuchtturmwärter und den angrenzenden Gebäuden zu sehen. Das Highlight war natürlich die Aussichtsplattform, auch wenn ich erst mal nicht so begeistert war die vielen Treppen hochzusteigen, denn erstens ist das der höchste Leuchtturm in ganz Florida und zweitens haben wir ausgenommen von den drei Stufen im Niedergang der Krassy schon sehr lange keine Treppen mehr bewältigt… Es hat sich aber gelohnt, denn die Aussicht auf das Inlet, den Atlantik und den ICW waren großartig! Von oben konnte man sehr gut sehen, wo hier die gefährlichen Sandbänke sind und wir machten auch gleich ein paar Fotos als Navigationshilfen. Das Ponce de Leon Inlet gilt als eines der schwierigsten in diesem Teil des ICW, aber es ist alles gut betonnt und der Fahrweg wurde gerade frisch ausgebaggert, sodass wir bei halbwegs ruhigem Wetter keine Schwierigkeiten bei der Ausfahrt haben sollten.

Natürlich kamen wir oben auf dem Leuchtturm auch wieder mit ein paar Locals ins Gespräch. Ein sympathisches Pärchen bat uns ein Foto von ihnen zu machen und schnell verquatschten wir uns, denn die beiden waren hier in der Gegend aufgewachsen und er arbeitet seit 30 Jahren für die NASA. Es gab also mal wieder einiges zu erfahren…

Als nächstes fuhren wir weiter nach New Smyrna Beach, etwas südlich vom Ponce de Leon Inlet. Das Örtchen stellte sich als echt gemütlich heraus und hinter dem Strand gab es eine nette kleine Einkaufsstraße mit für die USA ganz untypischen, eigentümergeführten Lädchen. Wir gönnten uns auf der Dachterrasse einer Strandbar ein leckeres Mittagessen, beobachteten dort noch eine ganze Weile die Leute und genossen das herrliche Wetter und die entspannte Atmosphäre.

Ganz genau wollen wir uns mit unseren Plänen natürlich nicht festlegen, denn die Erfahrung hat uns gelehrt, dass es doch immer wieder anders kommen kann und auch uns tut es nicht gut, wenn wir uns allzu sehr festlegen und es dann doch nicht klappt. Nur so viel: in den nächsten Tagen scheint sich eine Gelegenheit zum Weiterkommen für uns abzuzeichnen und wir hoffen sehr, dass es diesmal dabei bleibt und wir endlich los können. In der Zwischenzeit müssen wir allerdings unseren Proviant wieder aufstocken, denn von dem was wir vor einer Woche eingekauft hatten haben wir so einiges schon gegessen und viele von den frischen Sachen sind auch nicht mehr ganz so frisch wie letzte Woche noch… Tja, und dann heißt es hoffentlich: kalter Doughnut-Entzug für Christian und gutes Wetter auf See! Wir halten euch auf dem Laufenden!

Zum Abschluss noch ein kleiner Fun-Fact: das hier ist unser 100. Blogbeitrag! Vielen Dank an euch alle, dass ihr uns immer noch so treu folgt und bei unseren Abenteuern dabei bleibt! Hoffentlich gibt es von uns bald wieder spannendere Beiträge von See…

-Steffi

Die nächste Zeitblase?

03.05.2018

Wir sind also doch noch nicht losgekommen. Obwohl wir diesmal nicht mit Kuchen bestochen wurden, konnten wir uns noch nicht losreißen. Schuld ist – mal wieder – das Wetter. Was sich zunächst als passables Wetterfenster präsentierte, stellt sich nun als ganz schön heißer Ritt heraus – zu heiß für uns segelentwöhnte Hafenkapitäne.

Der Plan bestand ja darin, mit dem östlichen Wind, den wir momentan haben, und unter Zuhilfenahme des Golfstroms etwas nach Norden zu fahren, durch den Schwachwindkern eines Hochdruckgebiets hindurch, um dann eher westliche Winde anzutreffen, die uns schön nach Bermuda schieben würden. Nun stellt sich aber heraus, dass wir Sonntag und Montag ordentlich Südwind bekommen, der auf der Höhe von Bermuda in Böen bis zu 40 Knoten erreichen kann – das ist der obere Rand von 8 Windstärken. Und das tut nun wirklich nicht not.

Wir und die Krassy sind für solche Windstärken natürlich gerüstet, aber sehenden Auges in so ein Wetter zu fahren wäre einfach nur idiotisch. Wenn man auf See von Starkwind und Sturm überrascht wird, muss man da halt durch. Aber noch haben wir die Wahl. Und so bleiben wir wohl noch ein paar Tage hier. Zur Erinnerung: in diesem Beitrag über unsere Fahrt von Martinique nach Dominica hat Steffi ausführlich beschrieben, wie es sich anfühlt, wenn man es mit 6-8 Windstärken bei halbem Wind zu tun hat. Das macht schon Spaß, aber auch nur, wenn man weiß, dass man abends im Hafen oder vor Anker ist. Jetzt hätte uns wohl gute 48 Stunden lang nasse Segel-Action geblüht.

Wir versuchen nun also, den Aufenthalt zu genießen und das Beste daraus zu machen. Im Hafen zahlen wir bereits einen Monatstarif, daher könnten wir ohne zusätzliche Kosten bis zum 14. Mai bleiben. So weit wird das hoffentlich nicht kommen. Wir beobachten weiter das Wetter und legen los, sobald es uns geeignet erscheint.

Etwas Gutes hatte unsere gestrige Entscheidung, morgens direkt wieder ins Bett zu kriechen, dann doch noch gehabt. Wir hatten seit ein paar Tagen ein merkwürdiges Fruchtfliegen-Problem. Und trotz Gift, selbstgebauten Fallen und gründlicher Reinigung aller frischen Lebensmittel wollten sie einfach nicht verschwinden. Eine spontane Eingebung veranlasste mich dazu, einen Blick in die Bier-Bilge zu werfen. Und da war der Grund allen Übels. Gleich mehrere Dosen vom guten Hairoun, dem Bier von St. Vincent und den Grenadinen, sind undicht geworden und allmählich ausgelaufen. Die Dosen liegen auf einer saugfähigen Matte, die dann als Fruchtfliegen-Nährboden diente. So konnten wir die gewonnene Zeit nutzen, dort alles zu reinigen. Leider bedeutete das auch Abschied nehmen von einem nicht unerheblichen Teil unserer Biervorräte. Da nur Hairoun-Dosen betroffen waren, flogen die letzten dichten Dosen dieser Art dann auch in den Müll. Möglicherweise wurde das Bier nicht ganz hygienisch abgefüllt, und fing in den Dosen an zu vergammeln. Die guten Tropical-Dosen von den Kanaren und die Carib-Dosen sind zum Glück noch völlig in Ordnung. Heute war die Fruchtfliegen-Population übrigens schon deutlich dezimiert.

Noch haben wir die Hoffnung, dass wir uns nicht in einer Zeitblase Mogán’schen Ausmaßes befinden und demnächst loskommen. Wir halten euch auf dem Laufenden!

-Christian